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PROLOG
Der Wilde Osten
Als die Mongolen den »mächtigen Töter« Dschingis zum Großkhan ernannten, war er schon neununddreißig, nach persischen Quellen sogar einundfünfzig Jahre alt. Und es dauerte weitere dreizehn Jahre, ehe der neue Feldherr China erobert hatte und mit einem Heer von zweihunderttausend Reitern nach Westen aufbrach.
Wieder einmal sammelten sich in den Hochebenen Asiens kriegerische Nomadenvölker und bedrohten, auf der Suche nach neuen Weiden, das Abendland. Im Altertum waren die Skythen und Sarmaten bis in die Steppen am Kaspischen und Schwarzen Meer vorgedrungen. Dann hatten sich die Horden der Hunnen, Awaren, Türken und Magyaren erhoben.
Auch Dschingis-Khan ließ sich von natürlichen Hindernissen nicht aufhalten. Seine Tausendschaften folgten der Seidenstraße, die seit Beginn unserer Zeitrechnung die orientalischen und europäischen Reiche mit dem sagenumwobenen Kathay (China) verband. Sie überquerten die eisigen Pässe des Himalaja, Tienschan, K'um-lun, Pamir, Hindukusch und Altai. Dazwischen dehnten sich endlose Steppen und Wüsten, ausgedörrt, verkrustet von sommerlichen Hitzewellen und Dauerfrösten im Winter.
Tausende von Kilometern durch menschenfeindliche