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ERSTES KAPITEL
Sooft ihm die Füße kalt wurden, bewegte er ein wenig die Knie, und dann hörte er irgendwo unter sich das mißbehagliche Knirschen der Kiesel. In Wirklichkeit war das Mißbehagen in ihm. Niemals in seinem Leben hatte er so lange bewegungslos ausharren müssen. Hinter einem kleinen Hügel an der großen Straße wartete er darauf, daß einer vorbeikäme.
Der Tag ging zur Neige. Erschreckt, fast in Panik führte er das Gewehr zum Auge und schaute durch das Visier. In der demnächst einsetzenden Dämmerung würde es nur noch verschwommen zu erkennen sein. Er kommt bestimmt vorbei, noch ehe Kimme und Korn im Dunkeln sind, hatte sein Vater gesagt Hab nur Geduld und warte.
Langsam schwenkte er den Lauf und ließ das Visier über ein paar Klumpen verharschten Schnees jenseits der Straße gleiten. In das kleine Gehölz drüben mischten sich da und dort wilde Granatapfelsträucher. Zum hundertsten Mal dachte er daran, daß dies ein besonderer Tag in seinem Leben sei. Das Visier des Gewehrs bewegte sich von den Granatapfelsträuchern zurück zu den Klumpen verharschten Schnees. Der Tag, von dem er sich vorzugaukeln suchte, er habe eine besondere Bedeutung für ihn, bestand nun aus nichts anderem mehr als den paar Schneefladen und den wilden Granatapfelsträuchern, die ihn schon seit dem Mittag zu beobachten schienen, um herauszufinden, was er vorhatte.
Bald wird es dunkel, dachte er, dann kann ich nicht mehr zielen. In Wahrheit erwartete er sehnsüchtig den
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