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Der Zweite Weltkrieg [antikvár]

 
Vorwort Nachdem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, beschwor er in seinen außenpolitischen Reden immer wieder die friedlichen Absichten des neuen Regimes. Er selbst, der als Frontsoldat die furchtbaren Schrecken des großen Krieges 1914/18 am eigenen Leib erlebt habe, könne seiner leidgeprüften Generation und der Welt nur eines wünschen, alle Probleme friedlich und vertraglich zu regeln. Nicht die Schaffung einer schlagkräftigen Offensivarmee wurde im Dritten Reich...
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Vorwort Nachdem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 vom Reichspräsidenten Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden war, beschwor er in seinen außenpolitischen Reden immer wieder die friedlichen Absichten des neuen Regimes. Er selbst, der als Frontsoldat die furchtbaren Schrecken des großen Krieges 1914/18 am eigenen Leib erlebt habe, könne seiner leidgeprüften Generation und der Welt nur eines wünschen, alle Probleme friedlich und vertraglich zu regeln. Nicht die Schaffung einer schlagkräftigen Offensivarmee wurde im Dritten Reich propagiert, sondern die militärische Gleichberechtigung gefordert, nicht die gewaltsame Expansion als Programm ausgegeben sondern lediglich die friedliche Revision des Versail-ler Vertrages. Die permanente Betonung des nationalsozialistischen Friedenswillens durch Goebbels' zentralgelenkten Propagandaapparat ließ der gleichgeschalteten öffentlichen Meinung des Dritten Reiches Adolf Hitler als den Friedenskanzler erscheinen. Heute jedoch, nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft, nach einer kaum mehr übersehbaren Flut zeitgeschichtlicher Publikationen wissen wir, daß der wirkliche Hitler diesem Bild des Friedenskanzlers niemals entsprochen hat, daß sein eigentliches politisches Wollen unweigerlich zum Krieg führen mußte. Heute wissen wir, daß sich Hitler auch als »Führer und Reichskanzler« trotz aller taktischen Kompromisse und Wendungen letztlich von den Prinzipien und Zielen seiner Weltanschauung leiten ließ, die er bereits Mitte der zwanziger Jahre in seinem Bekenntnisbuch »Mein Kampf« niedergelegt hatte. Zentralkategorien dieser Weltanschauung, Dreh-und Angelpunkt des Hitlerschen Denkens waren die Begriffe Raum und Rasse, Kampf und Krieg die Mittel zu ihrer Verwirklichung. Die »Rassenfrage« war und blieb für ihn der eigentliche »Schlüssel zur Weltgeschichte«. Das Höherwertige, die nordisch-germanisch-arische Rasse, müsse gefördert, das Minderwertige hingegen, insbesondere der verderbliche Einfluß der »jüdischen Rasse«, eliminiert werden. Der gefährdeten germanischen Rasse stehe - so Hitlers fixe Idee - die jüdische Weltver- schwörung gegenüber. Ob hinter demokratischer, kapitalistischer, marxistischer oder bolschewistischer Fassade, im Hintergrund lauere stets der Jude mit seinen Plänen, die Welt zu beherrschen. Um diesen Kampf, der allein in Hitlers Phantasie existierte, zu bestehen, gelte es zunächst einmal, dem deutschen Volk den notwendigen Lebensraum zu sichern. »Ohne Rücksicht auf Tradition und Vorurteile« müsse der Mut gefunden werden, das Volk aus der »heutigen Beengtheit des Lebensraumes« hinauszuführen, zu »neuem Grund und Boden«. Auch die Zielrichtung .dieser notwendigen germanischen Expansion wurde in »Mein Kampf« bereits deutlich konkretisiert. »Wir Nationalsozialisten schließen endlich ab die Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft. Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm Untertanen Randstaaten denken.« Daß dieser Raum im Osten nur durch Gewalt und auf Kosten anderer Völker zu erobern war, bereitete Hitler weder moralische noch rechtliche oder politische Skrupel. Gleich in seiner ersten geheimen Ansprache vor Generalen der Reichswehr am 3. Februar 1933 betonte Hitler die Wichtigkeit eines forcierten Aufbaus der Wehrmacht, forderte er die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, und auch die alten Zielvorstellungen von »Mein Kampf« waren zu hören: »Eroberung neuen Lebensraums im Osten und dessen rücksichtslose Germanisierung.« Das »Großdeutsche Reich«, den »Kampf gegen Versailles« auf den Lippen und den »Raum im Osten« in Gedanken ging Hitler systematisch voran. Außen-, Wirtschafts- und Militärpolitik wurden folgerichtig auf den entscheidenden Kampf mit Rußland ausgerichtet. In einer geheimen Denkschrift über die Aufgaben des 1936 verkündeten zweiten Vierjahresplans verlangte Hitler »schnelles Tempo« beim »Aufbau der militärischen Kräfte«. Zwar werde die entscheidende Frage einer »Erweiterung des Lebensraumes« erst »dereinst« zu lösen sein, dennoch müsse die deutsche Armee in vier Jahren einsatzfähig und die 8

Termékadatok

Cím: Der Zweite Weltkrieg [antikvár]
Kiadó: Reichenbach Verlag
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3773525141
Méret: 230 mm x 300 mm
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