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In dem kleinen oberbayerischen Ort Kornfeld sprach man anfangs nur von Dagmar, dem armen Kind, so, als ob es ihr Familienname wäre: Dagmar Dasarme-kind.
Eines Abends, Ende Juli 1943, war sie mit Fräulein Else Pillkahn aus dem von München kommenden Personenzug gestiegen - eine dünne, verstörte Zehnjährige im dunkelblauen Matrosenkleid mit großem Kragen, der ihr im Wind um die Ohren klappte. Ein Kleid voller Flecken, mit zerknittertem Faltenrock. Die Hacken ihrer Lackschuhe waren heruntergetreten wegen der Wunden an ihren Füßen, die Wadenstrümpfe zerrissen und blutbefleckt.
Frau Janson, Dagmars Mutter, hatte Wert darauf gelegt, daß ihre Zwillinge selbst im Kriegs jähr '43 zu festlichen Gelegenheiten noch immer so gediegen teuer gekleidet waren wie die Schaufensterpuppen der »Hamburger Kinderstube«. Dank der Jansonschen Konditorei besaß sie Beziehungen zu Textilien ohne Kleiderkarte und zu so unnützen Lederwaren wie eben diesen drückenden Lackschuhen.
Ihretwegen und wegen dem verhaßten Matrosenkleid, in dem Dagmar so unbehaglich herumstand, als ob man sie in einen Pappkarton gezwängt hätte, und vor allem wegen dem Mädchengeburtstag, zu dem sie nicht hatte gehen wollen, war es zu einer dramatischen Szene gekommen.
Dagmar hatte protestkreischend und ohne Abschied
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