Bővebb ismertető
Monarch!
Dieses merkwürdige, eigentlich für die Erdenbürger geschriebene Buch sollte erst nach meinem Tode in der sichtbaren Welt sichtbar erscheinen, wo der Schriftsteller nichts mehr zu fürchten hat.
Ich lebe aber zu lange; die Welt ist vorwitzig, neue Romane zu lesen. Sie bezahlt sie am besten, wenn wirkliche Geschichten in Romangestalt vorgetragen werden; und ich brauche das Geld für meine treue Arbeit notwendiger im Leben, als wenn ich bereits begraben bin.
Überdies wäre dieses Werk sicher in Gefahr, unter die Legenden der Heiligen gerechnet zu werden, wo der Schriftsteller willkürlich lügen kann, weil kein Augenzeuge der erzählten Vorfälle mehr lebt, welcher die Wahrheit besiegeln könnte.
Zweiundvierzig Jahre sind ohnedem bereits verstrichen, seitdem mein hartes Schicksal im Vaterland aufkeimte, welches unter Ew. Majestät berühmter Regierung, in meinem Fall allein, bis zu dem Grade anwuchs, zu welchem nur Erzbösewichte und wirkliche Verräter gelangen können. Glück, Zufriedenheit, väterliches Erbteil, verdiente Ehrenstellen und Freiheit raubten mir ein Machtspruch, ohne daß ich gegen meine Pflichten gefehlt hätte oder nach Gesetz und Recht gerichtet wurde. Mehr konnte mir keine Fürstenmacht nehmen; sonst hätte ich sicher auch die Ehre verloren, falls mein starker Gliederbau nicht den ungeheuren Martern standgehalten und meine vorwurfsfreie Seele mich nicht bis auf diesen Tag erhielt, an welchem ich noch wirklich reden, schreiben und diese beleidigte Ehre verteidigen kann.
Es ist mir demnach wohl auch eine kleine Genugtuung, wenn in meiner Geschichte ohne Widerspruch erwiesen wird, daß der mit vollem Recht in tausend Vorfällen groß gepriesene Friedrich an mir, dem wehrlosen Trenck, nicht groß gehandelt hat. Ich hingegen trete mit stolz erhabener Stirn vor das Gericht der klugen Welt, für welche Ew. Majestät so viel getan haben, und erwarte unser Urteil, wenn wir beide begraben sein werden.
13