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EinleitungIn Athen gab es eine alte Säulenhalle, auf der nach dem Volksglauben ein Fluch lastete, seit hier unter der Herrschaft der dreißig Tyrannen vierzehnhundert Bürger den Tod durch Henkershand erlitten hatten. Diese stillen Räume, die ein Jahrhundert lang mit scheuem Blick gemieden worden waren, fingen eines Tages an, sich zu beleben. Etwa um 300 v. Chr. versammelte hier ein Philosoph seine Schüler um sich. Nach und nach strömte man aus allen Gegenden herbei, ihn zu hören. Selbst Könige wurden seine Anhänger. Seine Lehre wurde nach dem griechischen Worte Stoa, das Säulenhalle bedeutet, Stoizismus genannt, und daß diese Philosophie gerade von hier aus ihren Ursprung nahm, charakterisierte sie von vornherein als Freundin der verfolgten Tugend. Der Philosoph, zu dessen Lehre sich bald alle Edlergesinnten, alle, die durch die Sittenlosigkeit jener unglücklichen Zeit noch nicht gänzlich verdorben waren, bekannten, war ursprünglich ein reicher Kaufmann gewesen. Er stammte aus Zypern und wurde auf einer Reise nach Phönizien, die er in Handelsgeschäften unternommen, durch Schiffbruch an die Küste Attikas geschleudert. Den Verlust seines Vermögens beklagend, irrte er einige Zeit trostlos in den Straßen Athens umher. Eines Tages fiel sein Blick auf die ausgelegten Bücher eines Händlers. Er nahm ein Buch heraus, Blätterte darin und las einige Stellen: Wo sind die Männer, rief er plötzlich bee eistert aus, die solches lehren? - Die Philosophen - aa geht zufällig einer, antwortete der Buchhändler, auf Krates zeigend, der eben vorbeiging. Der Fremde eilte dem Philosophen nach, machte seine Bekanntschaft und wurde sein Schüler.Dieser Mann nun, der, arm geworden, seinen Reichtum fortan in der Philosophie fand, war Zeno, der Gründer