Bővebb ismertető
D ie künstlerische Tatigkeit Desiderios da Settignano ist auf einen Zeitraum von nur etwa fünfzehn Jahren beschránkt. Als Sohn des Bauern und Steinmetzen Meo di Francesco, genannt Ferro, zwischen 1428 und 143 1 in Settignano bei Florenz geboren, starb er bereits am 16. Januar 14^4; er erreichte alsó höchstens das Altér von sechsunddreifiig Jahren. Nimmt man an, daB er frühzeitig, etwa als Achtzehnjáhriger, die selbstándige Bildhauerlaufbahn betreten hat, so fallen seine Anfangsarbeiten in das Ende des Jahrzehnts zwischen 144° und 145o. In den Arbeiten aber, die wir von Desiderio kennen - und ihre Zahl ist für eine so beschránkte Schaffenszeit nicht gering - finden wir nirgends einen Anfánger, einen Suchenden, einen Künstler, der sich noch mit einem Schulzusammenhang auseinandersetzt. Reif und geschlossen steht sein Werk vor uns, nur kritische Akribie erlaubt es überhaupt, darin ganz leichte Wandlungen des Stils zu unterscheiden. Um dem Wachstum seiner Künstlerpersönlichkeit nachgehen, die Aufeinanderfolge seiner Arbeiten erraten zu können, müssen wir diese Wandlungen sehr genau verfolgen. Denn wir sind auf sie ganz alléin angewiesen, da - so merkwürdig das bei einem florentinischen Künstler des Quattrocento auch erscheinen mag - nicht eine Urkunde auf uns gekommen ist, die sich mit irgend einer nachweisbaren Arbeit Desiderios verbinden lieBe. Nur ganz wenige Urkunden gewáhren einen Einblick in sein Leben. So stehen wir, aller Hilfsmittel des Historikers bar, beinahe ein wenig ratlos vor Arbeiten, die ihrem Stil nach sich auf das engste zusammenschliefien. Diese enge Verbundenheit erklárt sich zum Teil durch die kurze Zeitspanne ihrer Entstehung. Und so fehlen uns bei Desiderio auch die Möglichkeiten, die sich aus der Verfolgung einer Entwicklung von lángerem Verlauf ergeben. Dabei ist dieser - das sei schon im voraus betont - nicht etwa ein Epigone oder ein Künstler, der im Schatten anderer steht, so dafi sich seine Ent-