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Ein moderner Mann
Thomas und Michaela Bauer sitzen im Wohnzimmer. Sie liest Zeitung, und er bescháftigt sich mit seinen Briefmarken. Du, Thomas?! Ja?
Sag mai, bist du eigentlich ein moderner Mann?
Ich? Wieso? Das muBt du doch besser wissen als ich!
Ich weiB nicht. Ich meine, haltst du dich für einen modernen Mann?
Dariiber habe ich noch nie nachgedacht. - Aber, ich glaube ja, ich bin
einer. Ich trage Rollkragenpullover, habe einen Vollbart und lange Haare
und gehe nur dreimal im Jahr zum Friseur. - Wir habén mit neunzehn
geheiratet, als wir beide noch in der Ausbildung waren. Du hattest nur wenig
Geld, und ich hatte überhaupt keins. Das ist doch eine moderne Einstellung,
nicht?
Sicher. Und du hilfst mir natürlich bei der Hausarbeit. Aber das ist doch alles ganz norma], weil wir beide berufstátig sind. Ich meine was anderes: würdest du zu Hause bleiben und die Kinder erziehen, wenn ich Bundes-tagsabgeordnete wáre?
Die Kinder? Wir habén doch noch gar keine! - Sag mai, willst du in die Politik gehen?
Nein. Keine Angst! Hör zu! Hier steht: ,Werner Reichel ist jetzt für vier Jahre Babysitter.'