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Der Infinitiv als SubjektJoachim Buscha, Leipzig1.Vergleicht man die Beschreibung des Infinitivs (Inf.) als Objekt und als Subjekt in den einschlägigen Grammatiken der deutschen Gegenwartssprache, so fällt auf, daß die des Subjektsinf.oft recht knapp ausfällt.' Diese unterschiedliche Beschreibung entspricht nur bedingt dem Gegenstand. Man kann zwar eine höhere Frequenz des Inf. als Objekt im allgemeinen Spraciigebrauch konstatieren, aber sowohl in semantischer als auch in morphosyntaktischer Hinsicht ist der Inf. als Subjekt nicht weniger...
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Der Infinitiv als SubjektJoachim Buscha, Leipzig1.Vergleicht man die Beschreibung des Infinitivs (Inf.) als Objekt und als Subjekt in den einschlägigen Grammatiken der deutschen Gegenwartssprache, so fällt auf, daß die des Subjektsinf.oft recht knapp ausfällt.' Diese unterschiedliche Beschreibung entspricht nur bedingt dem Gegenstand. Man kann zwar eine höhere Frequenz des Inf. als Objekt im allgemeinen Spraciigebrauch konstatieren, aber sowohl in semantischer als auch in morphosyntaktischer Hinsicht ist der Inf. als Subjekt nicht weniger differenziert. Die unterschiedliche Explizitheit in den Grammatiken bei der Beschreibung der beiden Inf. hat wohl vor allem mit dem Forschungsstand zu tun, für den charakteristisch ist, daß die meisten Untersuchungen sich mit dem Inf. als Objekt befassen.^ Diese Situation entspricht in keiner Weise den Bedürfnissen von Deutsch als Fremdsprache, was uns veranlaßte, im Rahmen einer Gesamtdarstellung des Inf. - die auch die Behandlung der linguodidaktischen Probleme einschloß, man vgl. dazu den anschließenden Beitrag von I. Zoch - dem Subjektsinf. besondere Aufmerksamkeit zu schenken und eine Beschreibung vorzunehmen, die mehr ins Detail geht. Im folgenden werden aus dieser Darstellung zunächst die Kriterien und Merkmale für eine Subkategorisierung des Inf. als Subjekt diskutiert und anschließend damit gewonnene Systematisierungen beschrieben. Aus Raumgründen wird nur am Rande auf spezielle mor-phosyntaktische Fragen - wie das Vorkommen der Partikel 2u, die Stellung des Inf. gegenüber dem übergeordneten Satz usw. - eingegangen. Ganz verzichten müssen wir auf die Darstellung des Subjektsinf, der nicht Verbform, sondern Substantiv ist, und auf die Diskussion solcher spezieller Satzformen wie ])ie Kategorie des Numerius ist relativ einfach zu be-stimvien (interpretierbar als Inf. als Subjekt oder als modaler Inf.) und Es wäre ratsam, sofort einen Arzt zu holen (Inf. als Subjekt mit irreal-konditionaler Bedeutung).2.Das Vorhandensein eines Subjekts in Form eines Inf. schließt aus, daß im Satz ein nominaler Subjektsnominativ erscheint, der in den verschiedenen Personalformen mit dem Prädikat kongruiert. Bei einem Inf. als Subjekt steht das Prädikat immer in der 3. Pers. Sing. Im Unterschied zum nominalen Subjektsnominativ steht der Inf. als Subjekt außerhalb des Satzes (als ,,Vordersatz"* oder - häufiger -als ,,Nachsatz"), der ihm als Satzglied zustehende Platz wird oft von einem Korrelat eingenommen. Das Korrelat steht obligatorisch oder fakultativ: Bei einem Inf. als Vordersatz" ist das Korrelat (Pronomen rfcw) grundsätzlich fakultativ, bei einem Inf. als Nachsatz" ist das Korrelat (Pronomen es) in Erst-stellung obligatorisch, in Binnenstellung verbabhängig obligatorisch oder fakultativ:Vordersatz:Mich mit ihm zu unterhalten, fdasj hat mir immer sehr gefallen.Nachsatz:Ks hat mir immer sehr gefallen/Mir hat es immer sehr gefallen, mich mit ihm zu unterhalten.Ks hat mich sehr gefreut/Mich hat fesj sehr gefreut, mich mit ihm unterhalten zu können.Im Gegensatz zum Inf. als Objekt, bei dem zwischen einem Inf. mit zu und einem Inf. ohne zu unterschieden werden muß, ist der Inf. als Subjekt -wie der Inf. als Attribut - zusätzlich zur Inf-Endung -fejn generell durch die Partikel zu formal gekennzeichnet. Eine Ausnahme bilden wenig oder nicht erweiterte Inf. mit verallgemeinernder Aussage, wenn sie als ,,Vordersatz" stehen. In solchen Verbindungen - das Prädikat des übergeordneten Satzes besteht oft aus einem Kopulaverb und einem adjektivischen Prädikativ - fehlt die Partikel zu fakultativ oder obligatorisch:Lange Auto (zu) fahren strengt an (ist anstrengend). Irren ist menschlich.Die Möglichkeit des Gebrauchs eines Inf. als Subjekt ist abhängig von bestimmten syntaktischen und semantischen Merkmalen des Satzprädikats oder -genauer gesagt - des Vollverbs (bei einem verbalen Prädikat) bzw. des Adjektivs/Substantivs (bei einem nominalen Prädikat) im Satzprädikat. Das Satzprädikat, das sich zum Inf. (als einem reduzierten Nebensatz, vgl. Anm. 4) wie das Prädikat eines übergeordneten Satzes verhält, bezeichnet bei einem Inf. in der Regel den psychischen Zustand einer Person, während der Inf. selbst den Anlaß zum Zustand dieser Person angibt. Einen solchen Anlaß kann auch das nominale Subjekt ausdrücken, aber im Unterschied zu diesem bezeichnet der Inf als Anlaß immer einen Sachverhalt. Die Person, um deren psychischen Zustand es geht, wird als Objekt zum Prädikat genannt, kann unter bestimmten Umständen im aktua-len Satz aber auch ungenannt bleiben.Wie für die Bestimmung des Inf. als Kategorie, so ist auch für dessen Subkategorisierung das Prädikat des übergeordneten Satzes und dessen Subklag^fi-zierung maßgeblich. Die Kriterien für die.Klassifi^ rung des übergeordneten Prädikats können syntaktli/X scher oder/und semantischer Art; sein. Iii einigen tr-i Darstellungen wird von einer sej^ntischen Zwei-teilung der Prädikate in solche, te eiiipkQef&Ms-CJ^Zeitoehrift Deutsch als Fremdsprache" - 25. Jahrgans 1088 Heft 5- 8. 267-320. Verlagsort Leipzig.

Termékadatok

Cím: Deutsch als Fremdsprache 5/1988 [antikvár]
Szerző: Barbara Hartl , Gerda Marin , Irene Zoch , Joachim Buscha , Sui Yaqin Ulrich Esser
Kiadó: Herder-Institut der Karl-Marx-Universität
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 170 mm x 240 mm
Barbara Hartl művei
Gerda Marin művei
Irene Zoch művei
Joachim Buscha művei
Sui Yaqin művei
Ulrich Esser művei
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Vélemény:
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