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I, EI NLEITUNG
§ 1, Die beschreibende Grammatik
"Die Grammatik mißfiel mir, weil ich sie nur als ein willkürliches Gesetz ansah; die Regeln schienen mir lächerlich, weil sie durch so viele Ausnahmen aufgehoben wurden, die ich alle wieder besonders lernen sollte," So errinnert sich der alternde GOETHE /Dichtung und Wahrheit, Jubiläumä-Ausgabe XXII, 34/ an seizi Grammatik-Lernen der Jugendzeit. GOETHES Urteil über die Grammatik Jener Zeit ist zutreffend: diese Grammatik war nicht das, was darunter später und auch heute verstanden wird. Damals sollte die Grammatik /aus gr. gramma "Buchstabe", vgl. noch lat. ars gram-matica "Kunst des richtigen Lesens und Schreibens"/ durch gewisse Richtlinien, welche dem lebendigen Sprachgebrauch zuweilen entgegengesetzt waren, das Leben der Sprache regeln. Erst 17Be p(rägte Johann Christoph ADELUNG in seinem "Umständlichen Lehrgebäude der Deutschen Sprache" die seither berühmt gewordene Charakteristik des modernen Grammatikers: "er ist nicht Gesetzgeber der K&tion, sondern nur der Sammler und Herausgeber der von ihr gemachten Gesetze, ihr Sprecher und der Dolmetscher ihrer ' Ge-. sinnungen. Er entscheidet nie, sondern sammelt nur die entscheidenden Stimmen der meisten ,., Er stellet die Sprache so dar, wie sie wirklich ist, nicht wie sie sein könnte, odev seiner Einbildung nach sein sollte. Er ehre« den Sprachgebrauch in allen seinen Teilen, verwechselt ihn aber nicht mit Sprachfehlem., /vgl. JELLINEK, Max Hermann: Geschichte der neuhochdeutschen Grammatik. Heidelberg, 1913. I, 358./
ADELUNG selbst setzte die von ihm aufgestellten Prinzipien nicht i;estlo8 in die Wirtklichkeit um, sondern blieb vielfacn noch in der alten Grammatik stecken. Doch trug er viel zum
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