Bővebb ismertető
Das Neunzehnte Jahrhundert ist uns fern, bald trennt uns ein weiteres von ihm - und doch sind wir seine Kinder, nicht einmal seine Enkel. Fast alles, wovon und womit wir leben, was uns bewegt und erschüttert, kommt aus ihm. Sicher, wir haben es verändert und weiter entwickelt, wir denken - wenn auch mühsam - darüber hinaus, aber genaugenommen verdrängen wir es um unserer selbst willen. Denn wer gibt schon gern seine Verstrickung, seine Abhängigkeit zu. Schauen wir über die Jahrhundertwende zurück, finden wir vieles von dem wieder, was uns bis auf den Tag zu schaffen macht. Die alten und immer neu scheinenden Ideen. Das uns vertraute Spannungsfeld zwischen Emotion und Vernunft. Und nicht zuletzt die uns ständig von neuem aufwühlende Dialektik von Objekt und Subjekt, von Masse und Individuum.
Das Panorama, das sich da entfaltet, geht im Grunde über unsere Vorstellungskraft. Zu Beginn noch die einen Kontinent erschütternden Nachwirkungen der Großen Revolution. Napoleon, ihr Erbe, krönt sich zum Kaiser, hält den Krieg für den wahren Verwandler, zieht neue Grenzen, gibt neue Gesetze und fällt schließlich, tief erschöpft, aus seinem nachrevolutionären Traum, wird geschlagen von denen, die das alte Recht und die alte Macht wiederherzustellen trachten. Sie finden sich tanzend, verhandelnd, den eben ausprobierten Freiheiten den Kampf ansagend, in Wien. Metternichs planierende Vernunft läßt die Republikaner frösteln. Doch sie geben nicht auf, nicht nach, die Pariser Commune rebelliert gegen den Monarchen, wird blutig unterdrückt und in den deutschen Ländern widersetzen sich zunehmend Bür-