Bővebb ismertető
I. Vorwort
Für die Kurzgeschichte, »das Chamäleon der literarisdien Gattung« (Hans Bender), »die freieste Form prosaisdier Darstellung« (Benno von Wiese), gilt in besonderem Maße, was man zum Gattungsbegriff in der zeitgenössischen Literatur schlechthin sagen kann: Es gibt keine normative Formbestimmung, keine allgemeingültige Definition, sondern nur eine Anzahl von Merkmalen, die bestimmten Texten gemeinsam sind und sie so gegen andere abheben; anders ausgedrückt: es gibt »keine Kurzgeschichte, sondern nur Kurzgeschichten« (Ruth J. Kilchenmann).
Sind die Merkmalkombinationen von Text zu Text verschieden (einzelne Merkmale können auch ganz fehlen), so läßt sich doch ein deskriptiv zu verstehendes Merkmalinventar aus den Texten ableiten, die in der Nachfolge von Novelle und Kalendergeschidite, unter dem Einfluß der amerikanischen >short story< und unter dem Eindruck der Kriegs- und Nachkriegsereignisse in Deutsdiland nach 1945 in großer Zahl entstanden, zuerst als >Trümmerliteratur<, dann als kritische Auseinandersetzung mit der >Wohlstandsgesell-schaft< und als Dokumentation menschlicher Wirklichkeitserfahrung.
1. Kürze: Eine Kurzgeschichte ist zwar nicht nur, aber eben dodi auch eine >kurze Gesdiichte<, im Vergleich zur Erzählung mit ihren breiter angelegten und locker gefügten Erzählpartien.
2. Punktualisierung: Wichtiger als die äußere Umfangsbe-grenzung ist die Tendenz zur »Komprimierung erzählter Zeit auf einen kleinen Ausschnitt, eine Momentaufnahme« (Bodo Heimann), die Reduktion und Verdichtung des Geschehens und Erlebens auf einen gedrängten Augenblick, eine exemplarische Situation, ein Bild, eine Formel. Haupt-, Neben-und Gegenhandlung fehlen.
3. Simultaneität: Solche Schrumpfung würde das Ende des Erzählens überhaupt bedeuten, wenn nicht »der Reduktion