Bővebb ismertető
Die bildenden Künstler der Deutschen Demokratischen Republik habén sich wáhrend der vergangenen drei Jahrzehnte in vielfaltiger und je nach dem künstlerischen Temperament verschiedener Weise mit der Literatur auseinandergesetzt, die zwischen 1750 und 1850, von Gotthold Ephraim Lessing bis Heinrich Heine, entstanden ist. Aus Interesse, aus Liebe und Leidenschaft für diese Literatur oder auch im Auftrag eines Verlages, einer literarischen oder kulturellen Gesellschaft, eines Betriebes oder eines Museums habén Maler, Grafiker und Bildhauer zu Pinsel und Palette, Farbstift oder Zeichenkohle, zu Tusche und Feder, zum bildsamen Ton oder auch zu Hammer und MeiBel gegriffen, um die Dichter und ihre Werke durch das künstlerische Abbild auf neue Art lebendig, erlebbar und begreifbar zu machen. Die Maierei hat an diesem ProzeB der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Literatur eines Zeitraumes von einhundert Jahren nur geringen Anteil. Vielleicht mangelte es an Auftragen. Um so mehr hervorgehoben zu werden verdient Hans Peter Müllers Faust-Triptychon" (1974). Die Maler waren wahrend dieser Jahre vor allém bemüht, die neuen Gegenstande, die mit den gesellschaftlichen Veranderungen entstanden waren, zu bewaltigen und zu gestalten. Bedeutsamer als Thema war das literarische Érbe für die Plastik. Zahlreiche Statuen, Portratbüsten, Reliefs und Medaillen der bedeutendsten Reprasentanten der Literatur jenes Zeitraumes wurden in Auftrag gegeben. So entstanden Büsten Goethes, Lessings und Kleists. Waldemar Grzimek schuf für Berlin das bekannte Heine-Denkmal. Auf der VII. Deutschen Kunstausstellung stellte Heinrich Drake ein Standbild Goethes vor, das heute die Badegaste in Mariánské Lázné an den Dichter erinnert. Wieland Förster arbeitet gegenwartig an einem Denkmal für Heinrich von Kleist, das noch in diesem Jahre in Frankfurt/Oder aufgestellt werden soll. Hauptfeld der bildkünstlerischen Auseinandersetzung mit der Literatur zwischen 1750 und 1850 war jedoch vor allém die Buchillustration und die freie Grafik. Die Buchillustration verlangt vom Künstler ein hohes MaB an Verantwortung, ja oft eine gewisse Beschrankung der eigenen schöpferischen Phantasie zugunsten der Aussage des literarischen Werkes. Sicherheit in der formalen Bewáltigung muí3 sich verbinden mit taktvoller Unterordnung und mit Einfühlungsvermögen in Sinn und geistigen Gehalt des zu illustrierenden Textes. Der Künstler ist vor die keineswegs leichte Aufgabe gestellt, Inhalt und Anliegen eines Werkes und die durch das dichterische Wort geschaffene Atmosphare in adaquater Weise bildhaft auszudeuten und zu veranschaulichen. Sein Können beweist sich dann, wenn es ihm gelingt, durch seine künstlerische Leistung die Aufnahmebereitschaft, die Anteilnahme und Erlebnisfreude der Leser am literarischen Werk zu steigern und zu vertiefen. Seit seiner Gründung im Jahre 1885 bewahrt, pflegt und erschlieBt das Goethe-Nationalmuseum die auBerordentlich umfangreiche Hinterlassenschaft des Dichters, zu der seine mannigfachen Sammlungen auf vielen Spezialgebieten gehören. Vom Jahre seiner Gründung an sammelt das Goethe-Nationalmuseum selbst. Eines der wichtigsten Sammelgebiete umfaBt Werke der bildenden Kunst, in denen sich Künstler der unterschiedlichsten Disziplinen mit dem literarischen Vermachtnis der Jahre zwischen 1750 und 1850 auseinandergesetzt habén. Die Nationalen Forschungs- und Gedenkstatten der klassischen deutschen Literatur setzten diese Sammeltatigkeit verstarkt fort. Seit Bestehen der DDR konnten insgesamt mehr als 9500 grafische Blatter, Gemalde und Plastiken erworben werden, deren Thema die Literatur von Lessing bis Heine ist. Aufmerksam verfolgten die Weimarer Forschungs- und Gedenkstatten, wie sich die Künstler der DDR mit den literarischen Leistungen jener Jahre auseinandersetzten. In der Zentralbibliothek der deutschen Klassik entstand zur gleichen Zeit eine Sammlung