Bővebb ismertető
Dieses Buch unterscheidet sich in seiner Zielset^ung nicht von den beiden bereits vorliegenden Werken aDeutsche Baukunstn und Deutsche BildhauerkunsH: Es führt den Leser in einen Bereich deutscher Kunst ein, %eigt ihm, im Querschnitt, die bewahrten Schat^e eines reichen Erbes. Auch hier wollen wir unser Auge nicht ungeschult dem schönen Schein, de?n Spiel der Farben und dem Re/% der Formen iiberlassen - denn erst tiefere Kenntnis erschliefít uns jene Bereiche, in denen sich Begeisterung und Verstándnis vereinen. Jahrhundertelang stand die Maierei im Banne der christlichen Überlieferung. Die Maler entnahmen ihre Themen der Bibel oder den Hei/igenlegenden, das heifít, sie gaben dem, was sie für iibersinnlich bielten, eine mit den Sinnen fafibare Form. Ihr Verháltnis den religiösen Stoffen war weitgehend unkritisch, im Gegensat% Lur modernen atheistischen Auffassung, die in der Keligion, nach einem Wort von Engels, die phantastische Widerspiegelung aufíerer Machte in den Köpfen der Menschen sieht, eine Widerspiegelung, in der die irdischen Machte die Form von überirdischen annehmen. Nun sind die irdischen, das heifit die gesellschaftlichen Verháltnisse, einer standigen Wandlung unterworfen, und mit dem Wandel des Irdischen verándern sich auch die Beyiehimgen des Menschen %um nÜberirdischem. Wer religiösgebundene Kunstwerke beurteilen will, mufí versuchen, %um Kern der Erscheinung vor^udringen. Zum Kern, das bedeutet: dem, ivas der Erscheinung ihr einmaliges und unverwechselbares Geprage gibt. Eine Madonna von Dürer sieht anders aus als, sagen wir, eine Madonna des altkölnischen Meisters Stephan Eochner, der in der ersten Halfte des 15. Jahrhunderts lebte; sie ist weniger
venviesen. Die Mehr^ahl der reproduyierten Bilder befindet sich in Museen der Deutschen Demokratischen Kepublik. Der Leser hat sotnit die Möglichkeit, die Urteile des Autors vor den Originalen nach^upriifen, nebenbei bemerkt eine der besten Methoden, sich die Qualifikation eines Kenners erwerben. Auch ist es auf diese Weise möglich, die unvermeidlichen Nachteile der Schwar^- Weifí-Reproduktion in schöpferischer Mitarbeit aus^ugleichen. Es ist dem Verfasser eine angenehme Pflicht, den beiden Fachlektoren des Buches, Roland F. Schmiedt und Dr. Georg Mielke, für ihre grof^ügige und uneigennüt^ige Hilfe danken. Berlin, im Február 1963Georg Piltz