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Voriüort
Zwischen 1845 und 1856, etwa dreißig bis vierzig Jahre nach der Erstausgabe und kurz vor der letzten Fassung von Grimms „Kinder- und Hausmärchen", erschienen die wichtigsten Märchen- und SagensammlungenLudwigBechsteins. Wie die Brüder Jakob imd Wilhelm Grimm, die Begründer der deutschen Altertumswissenschaft, ließ sich auch Bech-stein von einem nationalen Anliegen leiten: Mündlich überlieferte, fast verschüttete und nur noch verstreut auffindbare Volkspoesie und Volksüberlieferungen sollten gesammelt, aufgezeichnet und damit erneut dem deutschen Volke zugänglich gemacht werden.
Wenn auch Bechsteins Absicht, „eine Märchensammlung als Volksbuch zu liefern", wie es im Vorwort zum „Deutschen Märchenbuch" heißt, sich mit der Tendenz des Grimmschen Werkes deckt, so verfährt er im einzelnen doch anders als seine bedeutenderen Vorgänger. Die Brüder Grimm hielten sich bei ihrer schriftlichen Fixierung möglichst genau an die mündlichen Überlieferungen, so daß nur geringe stilistische Eigentümlichkeiten der Aufzeichnenden einflössen und durchgehend der schlichte Erzählton, die naivvolkstümliche Erzählhaltung und die knappe, auf das Wesentliche beschränkte Erzählform gewahrt blieben. Bechstein dagegen bezieht seine Märchenstoife - abgesehen von wenigen Ausnahmen - nicht mehr aus erster Hand. Er findet sie meist in Aufzeichnungen und Sammlungen anderer Autoren, so zum Beispiel in den „Jahrbüdaern des Vereins