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Deutsche Raumkunst in sieben Jahrhunderten I-II [antikvár]

Leonie von Wilckens

 
STUTTGART. DIE KUNSTKAMMER DES ALTEN LUSTHAUSESIn dem 1555 für Herzog Christoph von Württemberg erbauten Alten Lusthaus wurde nach 1648 die Kunstkammer eingerichtet. Stich der 2. Hälfte des 17. Jahrh. 1750 abgebrochen.Innenräume deutscher Vergangenheit: nicht als Haus Gottes bestimmte Innenräume, nicht als Kapelle, Pfarrkirche oder Kathedrale dem himmlischen Herrn aller Dinge geweihte. Nein, Innenräume für den Menschen, für seinen Werktag und seinen Feiertag, für sein Wirken im Diesseits, sein Dasein und Sich-Bewähren, für sein...
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STUTTGART. DIE KUNSTKAMMER DES ALTEN LUSTHAUSESIn dem 1555 für Herzog Christoph von Württemberg erbauten Alten Lusthaus wurde nach 1648 die Kunstkammer eingerichtet. Stich der 2. Hälfte des 17. Jahrh. 1750 abgebrochen.Innenräume deutscher Vergangenheit: nicht als Haus Gottes bestimmte Innenräume, nicht als Kapelle, Pfarrkirche oder Kathedrale dem himmlischen Herrn aller Dinge geweihte. Nein, Innenräume für den Menschen, für seinen Werktag und seinen Feiertag, für sein Wirken im Diesseits, sein Dasein und Sich-Bewähren, für sein Leben und Tun im Kreis der Familie und des Hausstandes, der Zunft und des Ordens, der städtischen Bürgerschaft, schließlich Innenräume als Ausdruck aristokratischen Anspruchs einzelner Herren und Herrscher der Renaissance. Innenräume aus dem gesamten Bereich deutscher Sprache von den ältesten erhaltenen im späteren 12. Jahrhundert durch ein halbes Jahrtausend bis zur Zeit nach dem Dreißigjährigen Kriege.Ein wirklicher Innenraum ist wie ein erweiterter Leib, ein erweitertes Kleid des Menschen, schrieb Wilhelm Pinder vor 36 Jahren bei der ersten Auflage dieses Bandes. Er spiegelt die Menschen, die ihn erbaut und die in ihm gelebt haben. Recht begriffen und gedeutet, vermag er von diesen Menschen, von ihren Gebärden, ihrem Wesen, ihrer Sinnesart und ihrer Zeit mehr auszusagen als einzelne andere Dokumente. Deshalb haben wir auch nur die tatsächlich als Innenräume, als dreidimensional umbaute Räume erhaltenen ausgewählt, nur die, welche heute noch als umschlossener Raum bestehen (oder bis zu ihrer Zerstörung im letzten Kriege bestanden haben) und darüber hinaus sich in der Photographie als Ganzes, nicht in einem bildhaften Detail allein, festhalten lassen. Alle, die in einzelnen, zu ergänzenden Teilen auf uns gekommen sind, die in Fundamenten, Umbauten oder sonstwie sehr fragmentarisch noch bestehenden, die sich nur rekonstruieren lassen von Kundigen, mußten ausgeschlossen werden. Auch nicht einbezogen haben wir die Wiederherstellungen, bei denen der Geist der Zeit verfälscht erscheint und die heutige Prägung eine historistische geblieben ist.Der Frühzeit, den beiden ersten Jahrhunderten vom 12. bis zum beginnenden 14., der noch nicht bürgerlichen Periode, gehören für uns heute nur Räume in Klöstern und Burgen an. Sie sind wohl als Zeugen erhalten geblieben, weil bei ihren Bewohnern das Leben in der stetigen Tradition, im Angesicht der Zeit und das hieß auch der Ewigkeit, denn sie reicht von der Vergangenheit in die Zukunft , weil das Bewahrende und das bewahrend sich Erneuernde gerade in diesen Gemeinschaften das Leben bestimmte.Auf dem berühmten karolingischen Pergamentplan des Benediktinerklosters St. Gallen sind bereits neben der Kirche alle die Räume verzeichnet, die auch später zu einem deutschen Kloster gehören sollten. Über dem Calef aktorium, dem Wärmeraum, der auch als Kapitelsaal gedient haben mag, lag das Dormi-torium, der große gemeinsame Schlafraum. In der Nähe von Küche und Keller befand sich das Refektorium, der Speisesaal. Wegen der nächtlichen Gebetsstunden durfte das Dormitorium nicht allzu weit von der Kirche entfernt sein, in Deutschland war es meist auf deren Südseite gelegen. Oft nach der Kirche der größte Raum im Klosterbezirk, konnte es ein-, zwei- oder dreischiffig eine beträcht-

Termékadatok

Cím: Deutsche Raumkunst in sieben Jahrhunderten I-II [antikvár]
Szerző: Leonie von Wilckens
Kiadó: Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster Königstein
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 190 mm x 270 mm
Leonie von Wilckens művei
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