Bővebb ismertető
Der Gegenstand unseres Buches ist die Satzintonation der deutschen Gegenwarts-
sprache, genauer gesagt, das Intonationssystem der nördlichen Standardaus-
sprache des Deutschen, jener Aussprache, die in der Neuausgabe des „Großen
Wörterbuchs der deutschen Aussprache" (in Vorbereitung; im folgenden stets WdA
abgekürzt) beschrieben wird. Demgegenüber weist der südliche Aussprachestan-
dard, der sich auf der Grundlage oberdeutscher Mundarten entwickelt hat und vor
allem in Österreich, Bayern und in der Schweiz gilt, auch hinsichtlich der Intona-
tion Besonderheiten auf. Diese werden jedoch von uns nicht behandelt. Unter dem
Begriff Intonation verstehen wir diejenigen Veränderungen der Sprechgeschwindig-
keit, der Lautheit und der Tonhöhe, die der Sprecher einsetzt, um das Gesprochene,
den „Wortlaut44, aus syntaktischen oder kommunikativ-pragmatischen Gründen
hörergerecht zu strukturieren. Diese phonetischen Mittel werden vom Sprecher
nicht wahllos oder willkürlich eingesetzt. Innerhalb jeder Kommunikationsge-
meinschaft haben sich vielmehr bestimmte Intonierungsgewohnheiten herausgebil-
det, die beim Erlernen der Muttersprache übernommen werden und an denen der
einzelne im wesentlichen auch festhält, weil er sich sonst von der Kommunika-
tionsgemeinschaft distanzieren würde. Wenn sich die Angehörigen einer Kommu-
nikationsgemeinschaft aber nach diesen festen Intonierungsgewohnheiten richten,
die als vorgegebene Normative für ihr sprecherisches Verhalten zu verstehen sind -
man spricht in diesem Zusammenhang von sprachlichen Normen -, so müssen sie
durch ein Regelsystem erfaßbar sein. Ein solches Regelsystem läßt sich offenbar
am ehesten für die Akzentuierung, für die Gliederung und für die Melodisierung
entwickeln, für das also, was auch im Phonetikunterricht bei der Erarbeitung der
Intonation im Mittelpunkt steht. Dieses Regelsystem wollen wir darstellen.
Der Grund für die erneute Herausgabe dieses Buches in überarbeiteter und ver-
einfachter Form liegt in dem auch in den letzten Jahren nicht überwundenen
Mißverhältnis, das zwischen der wachsenden Nachfrage nach Lehr- bzw. Übungs-
büchern und dem vorhandenen, jederzeit greifbaren Unterrichtsmaterial besteht.
In den letzten Jahrzehnten hat sich nicht nur im Sprachunterricht der meisten
Länder, sondern auch in der Sprecherziehung aller Bildungsstufen - bei uns in der
Lehrerbildung z. B. genauso wie in der Ausbildung von Schauspielern und Rund-
funksprechern - die Erkenntnis durchgesetzt, daß die Standardform der Mutter-
sprache oder eine Fremdsprache nicht angeeignet werden kann, ohne daß der
Lernende alle phonetischen Merkmale, insbesondere die Intonation, erarbeitet.
In vielen Forschungszentren, vor allem in den Instituten für Fremdsprachen der
Sowjetunion, ist deshalb zunächst die Intonation solcher Sprachen untersucht
worden, die für den internationalen Verkehr wichtig sind. Inzwischen liegt eine
kaum noch zu übersehende Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen vor. Im
Vergleich dazu ist in unserem Sprachbereich zur Intonation des Deutschen bisher
wenig publiziert worden. Es fehlen systematische Darstellungen, Stoffsammlungen
und Hilfen für das Selbststudium. Unser Buch soll helfen, diesen Mangel zu
beheben.
Unsere Darstellung geht davon aus, daß es demjenigen, der sich mit der Intonation