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Deutsche Tafelbilder des 16. Jahrhunderts [antikvár]

János Végh, Végh János

 
Dan dy kunst des molens würt geprawcht jm dinst der kirchen vnd dodurch angetzeigt der leiden Christi, behelt awch dy gestalt der menschen nach jrem absterben." IDürer n diesem Satz fafíte Dürer als reifer Mann das Ergebnis langen Sinnens über die Aufgaben der Maierei zusammen. Auch heute, fünfhundert Jahre nach seiner Geburt, vertraut mit einer ihm und seiner Zeit gewidmeten gewaltigen Literatur, können wir nicht treffender ausdrücken, was die deutschen Maler zu Beginn des 16. Jahrhunderts bewegte. Die auBerordentlich tiefe...
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Dan dy kunst des molens würt geprawcht jm dinst der kirchen vnd dodurch angetzeigt der leiden Christi, behelt awch dy gestalt der menschen nach jrem absterben." IDürer n diesem Satz fafíte Dürer als reifer Mann das Ergebnis langen Sinnens über die Aufgaben der Maierei zusammen. Auch heute, fünfhundert Jahre nach seiner Geburt, vertraut mit einer ihm und seiner Zeit gewidmeten gewaltigen Literatur, können wir nicht treffender ausdrücken, was die deutschen Maler zu Beginn des 16. Jahrhunderts bewegte. Die auBerordentlich tiefe Gláubigkeit -die in Deutschland die Reformation zu raschem Erfolg führte - ist auch für Dürer charakteristisch: im Mittelpunkt seines religiösen Empfindens steht bezeichnenderweise die Passión Christi. Dürer hinterlieB uns nicht weniger als drei vollendete und zwei in Skizzen veibliebene groBartige graphische Folgen mit Darstellungen der Leiden Christi. Wie stark seine Gedanken um dieses Zentrum kreisten, beweist eine Zeichnung von 1522 mit der Gestalt des zwei GeiBeln in den Hánden tragenden gemarterten Herrn, dem er seine eigenen Züge verlieh (Bremen, Kunsthalle). DaB er andrerseits die Wichtigkeit des Bildnisses betont, seine Bestimmung, das Bild des Menschen für die Zeit nach seinem Tode zu verewigen - ist ein Gedanke, der das allmáhliche Vordringen der Renaissancedenkart beweist und in dieser Formulierung offensichtlich italienischen Quellen entstammt. So veranschaulicht das Dürerzitat die zweifache Bindung seiner Kunst: einmal - und diese ist die stárkere - an die religiös ausgerichtete mittelalterliche und zum anderen Mai an die mehr diesseitige Maierei des 16. Jahrhunderts. Gilt auch das gleiche für die meisten deutschen Künstler seiner Zeit, so steht er selbst doch als der bedeutendste unter ihnen auch in dieser Hinsicht im Mittelpunkt. Grünewalds Kunst - von seinem angeblichen Selbstbildnis abgesehen - diente fast ausschlieBlich religiösen Zwecken; Holbeins Werke, auch die mit geistlichen Themen, zeigen geringere persönliche Anteilnahme am Religiösen -sein Interesse galt vor allém der von Dürer an zweiter Stelle genannten Bildnismalerei. Auch darin ist Dürer einzig unter den Künstlern seiner Zeit, daB er - bei solch tiefer Gláubigkeit - als Kunsttheoretiker doch eingehend den diesseitigen Problemen der Schönheit, der künstlerischen Form nachgeforscht hat. 5

Termékadatok

Cím: Deutsche Tafelbilder des 16. Jahrhunderts [antikvár]
Szerző: János Végh Végh János
Kiadó: Corvina Verlag
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 210 mm x 240 mm
János Végh művei
Végh János művei
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