Bővebb ismertető
mm
Vorwort
i'VMil:
¦ (
„ SO läßt sich hier auch wohl behaupten, daß die Geschichte der Wissensdiaft ! J ' • ! die Wissenschaft selbst sei." : (Goethe »Zur Farbenlehre«, Vorwort)
Mit diesem Büchlein sei einer jungen Forschergeneration und den interessierten Vertretern der Nachbardisziplinen das Fadh der deutschen Volkskunde neu präsentiert. Sein altmodischer und auch veralteter Name, der allzu leicht „völkische" Erinnerungen weckt oder volkstümelnde Sehnsucht nach vorgeblich heilen traditionsreichen Zuständen zu spiegeln scheint, kann ihm zum Hemmnis werden auf dem Wege zur Einstimmung in den Chor moderner "Wissenschaftsbereiche. Bei näherem Zusehen umgreift er jedoch heute ein Fach, das sich seiner notwendigen Wandlungen im methodischen Ansatz wie im sozialwissenschaftlichen Selbstverständnis voll bewußt ist.
Seine an Umwegen, aber auch an Farbe reiche Geistesgeschichte bewegt sich auf weiten Strecken in dichter Nähe zu derjenigen der Germanistik. Insbesondere die Stoffgebiete der Volkspoesie sind hier kaum zu trennen und fanden neuerdings entsprechend gründliche Behandlung (vgl. Bausinger und >Samm-lung Metzler<, Abt. Poetik). Weniger gut steht es mit neuer Literatur zum gesamten Umkreis des Faches.
Beitls überarbeitungsreifes »Wörterbuch der deutschen Volkskunde« kann nur mit großen Vorbehalten genannt werden, ebenso die materialreiche »Deutsche Volkskunde« von Adolf Bach. Sehr nützlich dagegen bleibt die Quellenanthologie von Gerhard Lutz, der man einen Fortsetzungsband wünscht.
Deutlicher zeigt sich das Bild des sich wandelnden Faches im üppigen volkskundlichen Blätterwald, in dem seit 1967 auch ein hoffnungsvolles Studentenblättchen sprießt. Hier zeigt sich klar, daß die heutige Volkskunde sich ihrer überregionalen und interdisziplinären gesellschaftlichen Aufgaben ebenso bewußt ist wie ihres völkerverbindenden Charakters im interethnischen Bereich. Wünschenswert wäre eine umfassende Wissenschaftsgeschichte
V