Bővebb ismertető
DIE KRISE UBERWINDENGesprách mit dem gescháftsführenden VdU-Vorsitzenden(Anstelle des üblichen Vorwortes)-Herr Hambuch, Sie habén in letzter Zeit, wie auch schon in früheren Jahren, wiederholt betont, daD die Ungarndeut-schen als Volksgruppe in einer tiefen Krise stecken. Und Sie nehmen nach wie vor die Mángel in Ungarns Minderheitenpolitik aufs Korn. Hat sich denn Ihrer Meinung nach seit dem Systemwechsel nichts geán-dert?-Doch. Wir können heute un-sere Meinung frei aufiern, können uns frei organisieren, vielsei-tige Kontakté zum Mutterland, zu anderen deutschsprachigen Lándern und zu anderen Minder-heiten pflegen. Wir gestalten die Entwicklung mit, geniefien ihre Früchte und tragen die Lasten mit. Es sind u. a. Gesetze über die Entschádigung, die Rechte der nationalen und ethnischen Minderheiten sowie über das Schulwesen geschaffen worden. Überhaupt können wir heute freie Luft einatmen. Immerhin sind die immer wieder erwáhnten Mángel noch lángst nicht ausge-merzt und habén wir die Krise noch lángst nicht überwunden.-Sie wurden und werden angegriffen und verdammt, -auch von Ungarndeut-schen", wenn Sie sagen, die Ungarndeut-schen fiihlen sich zum deutschen Volk zu-gehörig. Und das zu einer Zeit, wo offiziel-ie ungarische Stellen ganz selbstverstánd-lich die ungarische Nation mit 15 Millio-nen beziffern, alsó auch die Ungarn im Ausland dazurechnen.-Echte Demokratie muB, wie ich es sehe, auch ein freies natio-nales Bekenntnis ermöglichen.Für mich darf ich wohl in An-spruch nehmen, zu bekennen: Ich bin ungarischer Staatsbürger, im übrigen Deutscher, Deutscher in Ungarn.-Ihr Vorgánger in der Zwischenkriegs-zeit, Jákob Bleyer, hat es so formuliert: Treue deutsche Söhne des ungarischen Va-terlandes.-Seine Treue ist allerdings nicht belohnt worden. Das kann auch von Hunderttausenden anderen ungarlándischen Deutschen behauptet werden. Denken wir nur an die Vertriebenen oder an die Hiergelassenen, die ent-rechtet und enteignet wurden. Und wenn Sie schon mai das Per-sönliche angesprochen habén: Ich habe mich bei allén bisheri-gen Volkszáhlungen ganz se'lbst-verstándlich zur deutschen Mut-tersprache und deutschen Natio-nalitát bekannt. Und das habe ich auch für unsere drei Kinder getan. Und noch etwas: Wenn ich mich nach Deutschland bege-be, so reise ich von daheim heim und genauso auf dem Rückweg. In der Mundart meines Heimat-dorfes heiBt es so: voun drham hae. Ist diese Denkweise etwa nicht modern, nicht europáisch?-Für mich schon. Aber lángst nicht für alle. Die auf Sie losgehen, denken sicher-lich anders.-Das ist doch ihr gutes Recht. Im übrigen: Ich war und bin nicht auf Lorbeeren aus.