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Lebenswillen gezeigt Die Erinnerung an den Zusammenbruch einer in Jahrhunderten gewachsenen Kultur, an die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn vor 50 Jahren, stand im Mittelpunkt der Gedenkfeiern 1996. Führende ungarische Politiker verurteilten das damalige Unrecht, Gedenktafeln, Denkmáler wurden - oft mit Hilfe der Heimatvertriebenen - errichtet und gemeinsam mit der Mehrheitsbevölkerung eingeweiht. Trotz Entrechtung, Benachteiligung bewiesen die daheimgebliebenen Ungarndeutschen Lebenswillen. Zitieren wir aus dem 1957 erschienenen ersten deutschen Kalender nach dem Zweiten Weltkrieg: ,,Das Verhalten des Staates dem deutschen Volkstum und der deutschen Volkskunst gegenüber war geradezu grosszügig. So wurden im Laufe des vergangenen Jahres in jeder Ortschaft, in der eine genügende Anzahl deutscher Kinder vorhanden war und die Eltern es beanspruchten, deutsche Kindergárten und Grundschulen eingerichtet. In Baja wurde eine deutsche Gymnasialklasse, in Pécs eine deutsche Lehrerbildungsanstaltsklasse aufgestellt. Anfang September hat in Pécs der neuerrichtete deutsche Lehrstuhl an der Pádagogischen Hochschule seine Tátigkeit begonnen und gleichzeitig wurde für die deutschen Schulen eine ganze Reihe von Schulbüchern herausgegeben." Dies berichtet Dr. Friedrich Wild, Generalsekretár des Demokratischen Verbandes der deutschen Werktátigen in Ungarn, im Geleitwort des Kalenders 1957. Manche dieser Institutionen sind zu den wichtigsten geistigen Werkstátten der Ungarndeutschen geworden. Andere, wie die deutschen Schulen - mit deutscher Unterrichtssprache wie in Gara - entwickelten sich Anfang der 60er Jahre zurück, und ihre Errichtung steht wieder ganz vorn auf der Wunschliste der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Bemerkenswert ist ein weiterer damaliger Wunsch. Zitát: ,,Die dem Verband zugeschickten zahlreichen Briefe und Gesuche legen ein beredtes Zeugnis davon ab, dass die Frage der im Jahre 1945-1948 ins Staatseigentum übergegangenen deutschen Wohnháuser noch ihrer Lösung harrt. Um die im Verlaufe der vergangenen Jahre begangenen diesbezüglichen Fehler gutzumachen, erklárte sich die Regierung auf Vorschlag des Verbandes einverstanden, im September und Október des Jahres 1956 das Wohnhausproblem der deutschen Werktátigen zu überprüfen." Erst nach 40 Jahren wurde dies im Zugé der Entschádigung gelöst", allerdings nicht ganz zur allgemeinen Zufriedenheit. Aber den Blick wollen wir trotzdem nach vorn richten...