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ZUM GELEITDK 2006Vielfáltige ÜberzeugungsarbeitnotwendigNach über zehn Jahren habén die Partéién es geschafft: Die seit langem erwartete Modifizierung des Minderheitengesetzes wurde 2005 vom Parlament gebilligt - freilich mit so manchem Schönheitsfehler. Gerade die in kleinen Siedlungen im Hinblick auf die Autonomie wichtige Möglichkeit, die Gemeindeselbstverwaltung gleichzeitig als Minderhei-tenselbstverwaltung tatig werden zu lassen, wurde gestrichen. Fast 30 solche deutsche Gemeindeselbstverwaltungen funktionierten bisher. Nach den Wahlen 2006 wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben.Wir müssen uns mit den neuen, modifizierten Regelungen vertraut machen, um sie im Interesse eines guten Wahlergebnisses anzuwen-den. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Im Október 2005 fand eine erste Weiterbildung für Mitglieder und Mitarbeiter der Lan-desselbstverwaltung der Ungarndeutschen statt (siehe unser Gesprách mit Vorsitzendem Ottó Heinek auf Seite 16). Vor allém auf die Vereine und die Komitatsverbánde kommt die Aufgabe zu, vielfáltige Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn die ungarndeutschen Wáhler müssen sich beim Notar der Gemeinde, der Stadt oder des hauptstádtischen Bezirks in die Wáhlerliste eintragen lassen, um ihr aktives und passives Wahl-recht ausüben zu können. Über neue Regelungen werden wir in der Neuen Zeitung informieren.Das Thema 60 Jahre Flucht - Verschleppung - Vertreibung" prágt den Inhalt dieses Jahrbuches. Heimatvertriebene und Heimatverblie-bene griffen zur Feder, um die traurigen, oft traumatischen Erinnerun-gen zu Papier zu bringen, um sie sich von der Seele zu schreiben und als Dokument nachfolgenden Generationen zu hinterlassen. Auch Nachwuchswissenschaftler nehmen sich des Themas in Form einer wissenschaftlichen Studie (Krisztina Kaltenecker, Seite 173) oder einer Diplomarbeit (Gábor Gonda Seite 180) an.Wir gedenken auch der Revolution von 1956 mit dem Bericht eines Zeitzeugen, Antal Lux, der in Fünfkirchen den Aufstand mitgemacht und deswegen die Heimat verlassen muféte (Seite 289).Nur aus Kenntnis der Geschichte lassen sich Gegenwart und Zu-kunft bauen. Neben der Geschichte wird in diesem Jahrbuch hoffent-lich das Geschehen in den ungarndeutschen Gemeinschaften im ver-gangenen Jahr in seiner Vielfalt reflektiert - und dafé sich immer wie-der Kinder (DKjunior Seite 101) und Jugendliche (Seite 151) zu Wort melden, verheifét Zukunft für die deutsche Volksgruppe in Ungarn.Johann Schuth