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ZUM GELEIT_DK 2008Vergangenheit und ZukunftBei der Enthüllung des Landesdenkmals an die Vertreibung am 18. Juni 2006 in Wudersch lud Parlamentspräsidentin Katalin Szili Vertreter der heimatvertriebenen und heimarverbliebenen Ungarndeutschen zu einer Gedenkkonferenz ins Ungarische Parlament ein (DK 2007). Diese Konferenz - verbunden mit einer Ausstellung mit Graphiken von Robert König über die Vertreibung der Deutschen aus Ungarn - fand kurz nach Redaktionsschluß dieses Jahrbuches am 15. und 16. November im Oberhaus des Parlaments statt. Eine Geste, die zu würdigen ist! Denn die Verschleppung und/oder die Vertreibung von Haus, Hof und Heimat rissen Wunden, die bis heute nicht geheilt sind. Davon zeugen zahlreiche Beiträge in diesem Jahrbuch. Sie zeugen aber auch davon, daß trotz dem ihnen zugefügten Leid und Unrecht die Brücke zwischen Heimatvertriebenen und Heimarverbliebenen stets bestand. Auf einer Brücke treten alle herum, aber nur dadurch ereignen sich Begegnung und Versöhnung", sagte Ehrenbürger Georg Richter bei der Einweihung des Vertreibungsdenkmals in Nadwar (Seite 40). Und aus der Versöhnung und Begegnung erwuchs der Wille zur Zusammenarbeit zwischen Heimarvertriebenen und ihren Heimatgemeinden, zwischen den alten und den neuen Heimatgemeinden, die in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Früchte getragen hat. Einige davon sind auch in diesem Jahrbuch dokumentiert.Aus dieser Zusammenarbeit profitieren die jungen Generationen, die sich gern der Pflege der Sprache und kulturellen Werte verschreiben, wenn sie dazu daheim, in der Schule oder in der engeren Gemeinschaft erzogen, ermuntert werden. Die Beiträge unserer jüngsten Leserinnen in DKjunior sind beredte Beweise dafür. Die Teilnehmer der Feier aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Neuen Zeitung im September 2007 konnten sich hiervon überzeugen. Zahlreiche Kinder beteiligten sich am Zeichenwettbewerb, der ihnen Beschäftigung mit den drei vorgegebenen Geschichten und kreative Auseinandersetzung mit diesen abverlangte. Zu hoffen ist, daß die Zahl von zweisprachigen Bildungseinrichtungen - Kindergärten mit der Methode Eine Sprache - eine Person", Grundschulen und Gymnasien, wo nicht nur Deutsch, sondern auch Fächer in Deutsch unterrichtet werden - nicht weiter zurückgeht (eine sehr besorgniserregende Tendenz!), sondern eher zunimmt. Dies zu erreichen ist wohl die wichtigste Aufgabe aller Deutschen Selbstverwaltungen und Auftrag des Bildungsausschusses und aller Mitglieder der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Nur so hat die deutsche Volksgruppe in Ungarn eine Zukunft.Johann Schuth