Bővebb ismertető
Aus Hermann Pauls Vorrede zur ersten Auflage Das Werk wendet sich an alle Gebildeten, die ein Verlangen empfinden, ernsthaft über ihre Muttersprache nachzudenken. In erster Liriie habe ich an das Bedürfnis der Lehrer gedacht, die Unterricht im Deutschen zu erteilen habén. Auch dem fremdsprachlichen Unterricht könnte es bei richtiger Verwertung wesentliche Dienste leisten. In der Einrichtung weicht es von allén bisher vorhandenen Wörterbüchern ab. Es verzichtet auf eine vollstándige Aufzáhlung sámtlicher Wörter und Wortbedeutungen, insbesondere der selbstverstándlichen Ableitungen und Zusammensetzungen, sowie auf überflüssige Erklárung des allgemein Verstándlichen. Schwierig war es natürlich, bei dieser Beschránkung immer die richtige Grenze innezuhalten, die ja auch nicht für jeden Benutzer des Werkes ganz die gleiche sein kann, und es ist unvermeidlich, daB man bald etwas vermissen, bald etwas entbehrlich finden wird. Doch war es mir nur so möglich, bei verháltnismáBig geringem Umfange Haum zu gewinnen für das, worüber Aufklárung zu erhalten, ein wirkliches Bedürfnis besteht. Es gibt viele Wörter und Wortbedeutungen, die nicht allgemein bekannt sind, die aber doch leicht auch demjenigen, der nicht sprachliche oder geschichtliche Studien treibt, aufstoBen können. Hierher gehören zunáchst die landschaftlichen Verschiedenheiten. Es konnte natürlich nicht meine Absicht sein, die ungeheure Masse des mundartlichen Wortschatzes aufzunehmen; ich wollte mich auf die jenigen Eigenheiten beschránken, die auch in die Umgangssprache der Gebildeten und die lokale Schriftsprache hineinragen. Es fehlt noch sehr an Vorarbeiten, und die eigene Beobachtung bleibt immer auf ein zu enges Gebiet beschránkt. Insbesondere konnten die Angaben über die Verbreitung eines jeden Ausdrucks keine sehr genauen sein, teils, weil es an den dazu nötigen Erhebungen fehlte, teils, weil dazu eine Umstándlichkeit erforderlich gewesen wáre, die sich mit der gebotenen Raumbeschránkung nicht vereinigen lieB. Wo etwas als norddeutsch bezeichnet ist, erstreckt es sich meistens auch auf einen Teil von Mitteldeutschland (in der Hegel den östlichen), den Ausdruck süddeutsch habe ich gewáhlt, wo ein Hinübergreifen in mitteldeutsches Gebiet stattfindet (dann besonders in das westliche), oberdeutsch dagegen, wo dies meines Wissens nicht der Fali ist. Wenn ich einen Ausdruck als nordd., oberd. usw. bezeichne, so soll damit nicht immer gesagt sein, daB er auf dem ganzen angegebenen Gebiet gebráuchlich ist; um ausdrücklich hervorzuheben, daB dies nicht der Fali ist, habe ich öfters den Zusatz landschaftlich gemacht, eine Bezeichnung, die mitunter auch für sich alléin gewahlt werden muBte. Auch die verschiedenen Berufszweige unterscheiden sich durch eine Menge von Eigenheiten der Ausdrucksweise. Diese alle zu verzeichnen, liegt nicht in dem Pláne dieses Werkes. Insbesondere will dasselbe nicht die Stelle eines technologischen Wörterbuches vertreten. Es sucht sich auch nach dieser Seite hin auf das jenige zu beschránken, was irgendwie in die allgemeine Sprache hineinreicht, wobei freilich wieder das Innehalten der richtigen Grenzlinie nicht geringe Schwierigkeiten macht.