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Vorwort
Die Teilung des Kontinents ist überwunden — die Einheit des neuen Europa, das sich in der Pariser Charta der KSZE der Demokratie und dem Frieden verpflichtet hat, muß gewonnen und dauerhaft gesichert werden. Das ist die Herausforderung unserer Zeit.
Erst die Freiheitsrevolutionen in Mittel- und Osteuropa gaben uns die Möglichkeit, die Ziele westeuropäisch-atlantischer Friedens- und Entspannungspolitik für ganz Europa durchzusetzen. An diesem Prozeß hatte Ungarn, das als erstes Land im früheren Warschauer Pakt die Grenzen für Flüchtlinge aus der DDR öffnete und schon in den achtziger Jahren im Innern den Reformweg beschritt, entscheidenden Anteil und ein bleibendes Verdienst. Wir Deutschen werden das Ungarn nie vergessen.
Der Europäischen Gemeinschaft wächst eine neue, gesamteuropäische Verantwortung zu. Die Bundesrepublik Deutschland als Teil der Europäischen Gemeinschaft setzt sich nachdrücklich für politische und institutionelle Reformen der Europäischen Union und für die Öffnung der Europäischen Gemeinschaft nach Osten ein.
Die schon 1991 unterzeichneten Assoziierungsabkommen mit ostmitteleuropäischen Staaten bieten diesen Reformstaaten die Perspektiven auf einen späteren Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft. Zusammen mit den Bestimmungen über die Schaffung von Freihandelszonen stellt die Beitrittsperspektive einen großen Fortschritt dar. Diese Europa-Abkom-men können helfen, den Demokratisierungsprozeß und die wirtschaftliche Transformation in den jungen Demokratien zu konsolidieren.
Auch in der Annäherung an die Europäische Gemeinschaft kam Ungarn eine Vorreiterrolle zu. Im Verbund mit den übrigen Staaten der Visegräd-Gruppe bildet Ungarn einen Stabilitätsfaktor in Ostmitteleuropa und gegenüber der südosteuropäischen Region.
Die Freundschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ungarn im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich hat sich in den letzten Jahren für beide Seiten erfreulich entwickelt. Die Gespräche im Rahmen des Deutsch-Ungarischen Forums, die in dieser Publikation dokumentiert werden, sind Bestandteil des intensiven Annäherungs- und Verständigungsprozesses, um Antworten auf die Herausforderungen zu erarbeiten, denen Europa heute gegenübersteht.