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VORWORT
Der hier vorgelegte Beitrag zum Lehrbuch der deutschen Geschichte, der die Jahre von 1476 bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges umfaßt, stellt den ersten Versuch dar, diese entscheidende Periode der älteren deutschen Nationalgeschichte auf der Grundlage des historischen Materialismus umfassend darzustellen. Abgesehen von Schulbüchern, Lehrbriefen und Studienmaterialien für das Fernstudium gab es in der DDR für diese Zeit bisher nur Einzelarbeiten, die in ihrer übergroßen Mehrzahl der Er-forsdhung von Reformation und Bauernkrieg gewidmet waren.
Die Thesen über „Die frühbürgerliche Revolution in Deutschland (1476—1535)", zur Vorbereitung der Tagung der Sektion Mediävistik der Deutschen Historiker-Gesellschaft vom 21. bis 23. 1. 1960 in Wernigerode veröffentlicht (Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 1960, S. 114 bis 124), stellten den Beginn der Arbeit dar. Die Wernigeroder Tagung, deren Ergebnisse 1961 in einem Protokollband vorgelegt wurden, gab den Anstoß zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft „Geschichte der Reformation und des Bauernkrieges (frühbürgerliche Revolution) in Deutschland". Die Aufgaben eines Leitinstituts wurden seit Herbst 1960 dem Institut für Deutsche Geschichte an der Karl-Marx-Universität übertragen, wo sich rasch ein Kreis von Fachkräften zusammenfand. Den gemeinsamen Bemühungen der Arbeitsgemeinschaft und vor allem des Leitinstituts verdankt die vorliegende Arbeit ihre Entstehung. Auf zahlreichen Tagungen und Kolloquien wurden die weitgespannten Forschungen der Mitarbeiter des Instituts und der Arbeitsgemeinschaft diskutiert, die Thesen und Entwürfe für das Lehrbuch gründlich beraten. Die Ausarbeitungen entstanden in der Hauptsache im Winter 1962/1963 und wurden im Autorenkollektiv in der 1. Hälfte 1963 zur Diskussion gestellt. Das Manuskript wurde Anfang 1964 nach nochmaliger Überarbeitung abgeschlossen.
Der voriiegende Beitrag besteht aus zwei Teilen, dem I. bis 5. Kapitel, die die Zeit von 1476 bis 1608 behandeln, und dem 6. Kapitel, das Vorgeschichte und Veriauf des Dreißigjährigen Krieges darstellt. Der 1. Teil ist eine Kollektivarbeit, unter meiner Leitung verfaßt von Dr. G. Brend-