Bővebb ismertető
Vorwort
Vorliegender Band enthält lyrische Zeugnisse des literarischen Lebens in den Städten des Königreichs — vor allem in der um 1800 bereits Jahr für Jahr mit zunehmender Bedeutung zu einem Verwaltungs-, Handels-, Verkehrs- und Kulturzentrum Ungarns zusammengewachsenen Urbanen Region von Pest, Ofen und Altofen (mit über 60.000 Einwohnern), zum Teil aber auch in den damaligen Grenzgebieten des Landes, u. a. in Preßburg (im Jahre 1787:26.000 Einwohner), in Ödenburg (12.000) und in den Zipser Kleinstädten (4.000 - 12.000).
Diese Art deutschsprachiger Dichtung in Ungarn hat nichts mit ungarndeutscher Folklore gemeinsam, sie wurde nicht im mindesten von der Volksdichtung ungarndeutscher Bauern beeinflußt. Die deutsche Nationalität bildete ja in Ungarn um 1800 eine „Rumpfsozietät" — nicht nur ohne eigenen Landadel, sondern in kulturhistorischer Hinsicht auch ohne fruchtbare Kontakte zwischen deutschsprachigem Bürgerstand und Bauerntum. Land- und Dorfleben — soweit sie in dieser Lyrik thematisch belegt werden können — werden von den jeweiligen Autoren in einer der Aufklärung verpflichteten, Urbanen Sicht höchstens von außen bevrandert (siehe dazu Partien im Hymnus an Pannónia von Carl Anton von Gruber), ersehnt (vgl. dazu den KirchtagYon Therese von Artner) oder verlacht (so z. B. im anonymen Heureigen).
Die Verfasser der Gedichte sind vor allem Stadtbürger — Universitätsprofessoren (Johann Ludwig Schedius, Andreas Friedrich Halitzky) Ärzte (Johann Paul Köffmger, Johann Karl Lübeck), protestantische oder katholische Geistliche (Samuel Bredeczky, Jacob Glatz, Johann Genersich, Andreas Thorwächter, Johann Purkhart), Theaterleute (Joseph Meister, Maria Anna Müller), neben- oder hauptberufliche Lehrer (Markus Bresnitz, Karl Daniel Nitsch, Johann Michael Tekusch, Johann Schauff), mehr oder weniger freischaffende Literaten (wie z. B. Christophorus Rosier) u. a. m. — sowie deutsch schreibende Adlige des ungarischen Königreichs (z. B. Franz von Boros, Therese von Artner, Gräfin J. v. P. /d. i. Johanna v. Prónay, geb. Teleky/, Johann von Asboth, Aloys Emanuel Stipsics). Daneben gibt es im vorliegenden Band nur ganz wenige in Ungarn (erst)veröffentlichte oder (nach)gedruckte Gedichte ausländischer Autoren, so je ein Gedicht von Alois Leopold Hoffmann (dem ersten Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität in Pest von 1784 bis 1792), von Karl Grosser (einem Geistlichen aus Deutschland) und von Karl Friedrich Hensler (einem