Bővebb ismertető
Csilla Bemáth (Szeged)
WORTZUSAMMENSETZUNG UND BEDEUTUNGSVERÄNDERUNG. ZU EINEM PRODUKTIVEN WORTBILDUNGSMUSTER IN DER DEUTSCHEN GEGENWARTSSPRACHE
Jede natürliche Sprache besitzt die Fähigkeit, ihren Wortschatz zu erweitern. Dadurch kann sie ihre Bezeichnungsfunktion aufrechterhalten und neue Klassen von Gegenständen und Sachverhalten sprachlich fassen. Darüber hinaus entsteht ein neues Wort oder eine neue Wortbedeutung oft aus einem ganz anderen Bedürfnis, nämlich wenn aus etwas schon Vorhandenem neue Seiten, Ansichten abgewonnen werden und benannt werden sollen.
Wortschaftzerweiterung geschieht entweder durch Entlehnung aus anderen Sprachen oder durch Wortbildung; letztere wiederum kann durch Affigierung oder durch Zusammensetzung geschehen, mit mitunter fließenden Grenzen zwischen den beiden letzten. Die entstandenen neuen Wörter weisen oft eine interessante innere Semantik auf^ mit einem möglichen Trendcharakter.
Wir haben zweigliedrige Komposita des Typs Substantiv + Substantiv untersucht, die als zweites Glied '-landschaft' oder '-szene' haben. Unser Korpus stammt aus deutschsprachigen Medien der letzten Jahre, wo dieser Kompositatyp eine wachsende Beliebtheit genießt. Diese Komposita fallen erst einmal dadurch auf^ daß in ihnen '-landschaft' und -"szene' nicht in der allgemein bekannten Bedeutung gebraucht wird. Zuerst listen wir die Belege mit '-landschaff auf:
"Dirigentenlandschaft" (Höibclcg WDR 1988)
"Eine Einkaufslandschaft bei Migros" (WirtschaflsWoche 23/1993)
"Vfit erdigen BSdcm [ ] hal Karin Brandauer in der europäischen Filmlandschaft sensible Akzente gesetzt" (Brigitte 22/1992)
"[ ] es ist nach Möglichkeiten zu suchen, auf welche Weise die Forschungskapazitäten der einzelnen Institute in die gemeinsame deutsche Forschungs- und Wissenschaftslandschaft eingepaßt werden können" (Sprachreport 1/1991)