Bővebb ismertető
Zwar steht jetzt neuerdings "Professor" an seiner Zimmertür, aber darüber kann er sich nicht mehr freuen: Charon hat ihn übergesetzt, auf das andere Ufer hinübergebracht, von wo es bislang noch kein Zurück gab. Jahrelang rang er hart mit dem Tod, und es schien manchmal so, als könnte er den Sensenmann doch noch besiegen oder zumindest für eine Weile aufhalten, aber der Tod schlug aus Rache oder böser Ironie - wir werden es wohl nie mehr erfahren können - plötzlich und endgültig zu. Im vergangenen Herbst war er noch in der Schweiz, im Frühjahr hat er seine Habilitation abgeschlossen und freute sich so sehr auf die Reise nach Jena, wo er einmal so glücklich war. Aber seine Zeit in Jena konnte er nicht mehr erfolgreich und unbekümmert genießen, das erneute Aufflammen seiner Krankheit zwang ihn zur Rückkehr. Aber aufgegeben hatte er den Kampf nie. Nicht nur die letzten Jahre, sogar seine letzten Sekunden galten der intensiven Arbeit, bis ihn der Alte Meister schließlich doch noch - aber nur körperlich bezwang. Ohne Arbeit, ohne seine Studenten konnte und wollte er sich das Leben nicht vorstellen. Er hat gern gelehrt und geprüft, denn ihn interessierte eins über alles; der junge Mensch, der mit Tausenden von Problemen, Ideen und Gedanken ihm gegenüberstand. Die Arbeit mit ihm und die Stunde bei ihm beruhte tatsächlich auf echte Zusammenarbeit. Ein gemeinsames Denken war bei ihm angesagt, und er konnte auch eine andere Meinung - wenn sie begründet war - ohne Weiteres und ohne Beleidigtsein akzeptieren. Auch eine Diplomarbeit zu schreiben ging weit über die Grenzen einer routinemäßigen Konsultation hinaus. Vielmehr wollte er sich in die Gedankenwelt der Studentin/des Studenten hineinversetzen, um dann ihren/seinen Umgang mit dem Text besser zu verstehen. Was er gefördert hat war nicht nur Kreativität und selbständiges Denken sondern auch Selbstkritik und Selbstironie. Mit dem eigenen "Produkt" und mit sich selbst kritisch umzugehen waren die Eckpfeiler seines didaktischen Credos. Er wußte auch um die Halbfertigkeit jeder fertiggenannten Konstruktion. Deswegen legte er großen Wert auf eine Umarbeitung, wobei er ganz kritisch und scharf vorging. Die Hoffnung aufzugeben - das hat er aber nicht geduldet. Beim unseren letzten Telefongespräch im Juli, als wir über die finanziellen Schwierigkeiten der Universität und des Landes gesprochen haben, hat er mir gesagt; "Bloß nicht das Sie jetzt aufgeben! Zwar wird heute geistige Arbeit von vielen als etwas Unwirtschaftliches angesehen, aber das ist noch kein Grund aufzugeben." Nun, diesen kurzen Aufsatz von mir wird