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VORWORT
Von Kardinal Dr. Franz König, Wien
Lieber Herr J. Guitton!
Sie hatten die grofie Liebenswürdigkeit, mir im Frühjahr 1967 die Druckbogen Ihres neuen Werkes »Dialogues avec Paul VI«, das im Molden-Verlag in Wien in deutscher Sprache erscheint, zur Einsichtnahme zu übersenden. Dieser freundliche Gestus rief eine Reihe von schönen Erinnerungen in mir wach, zurück-gehend auf das II. Vatikanische Konzil, wo Ihnen die seltene Auszeichnung zuteil wurde, auf Einladung des Heiligen Vaters Johannes XXIII. als Laie am Konzil teilzunehmen, in einer Konzilsphase, in der es noch nicht üblich war, auditores zum Konzil zu laden. Ich weifí aus verschiedenen Gespráchen mit Ihnen, mit welch leidenschaftlicher Anteilnahme Sie die konzi-liaren Ereignisse, die grofíen Konzilsthemen mitverfolgt und miterlitten habén. Ich sehe heute noch Ihren Bericht im Pariser »Figaro« vor mir, den Sie über die Vorgánge des 7. Dezem-ber 1965 noch am selben Tag geschrieben hatten und der am 8. Dezember, am Tage des Konzilschlusses, veröffentlicht ¦wurde.
Ich habe damals nicht nur die Eleganz Ihrer Diktion - bei einem Mitglied der französischen Akademie wird dies erwar-tet sondern auch den Reichtum Ihres Geistes bewundert, der aus jeder Zeile leuchtet, der die groíSen Zusammenhange der Geschichte und der menschlichen Kultur erfaík und zur Gegen-wart in Beziehung setzt.
Am 11. Januar 1967 hat Ihr Kollege Pierre-Henri Simon von der französischen Akademie in der Pariser Tageszeitung »Le Monde« für den ersten Band Ihrer gesammelten Werke eine ausgezeichnete Einführung geschrieben. Er brachte dabei zum Ausdruck, wie sehr er Ihre literarische Portratkunst bewundert, und gibt Ihnen u. a. den Titel eines »Meisters des geistigen Portráts«.
Diese grofíe Kunst, die Sie in früheren Werken bereits mei-