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ERSTER AKT
Hérault-Séchelles, einige Damen am Spieltisch. Danton, Julie etwas weiter weg, Danton auf einem Schemel zu den Füßen von Julie.
Danton: Sieh die hübsche Dame, wie artig sie die Karten dreht! Ja wahrhaftig, sie versteht's: man sagt, sie halte ihrem Manne immer das coeur und anderen Leuten das carreau hin. - Ihr könntet einen noch in die Lüge verliebt machen. Julie: Glaubst du an mich?
Danton: Was weiß ich! Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab - wir sind sehr einsam. Julie: Du kennst mich, Danton.
Danton: Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieber Georg! Aber - er deutet ihr auf Stirn und Augen - da, da, was liegt hinter dem? Geh, wir haben grobe Sinne. Einander kennen? Wir müßten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren. -Eine Dame zu Hérault: Was haben Sie nur mit Ihren Fingern vor?
Hérault: Nichts!
Dame: Schlagen Sie den Daumen nicht so ein, es ist nicht zum Ansehn !
Hérault: Sehn Sie nur, das Ding hat eine ganz eigne
Physiognomie. -Danton: Nein, Julie, ich liebe dich wie das Grab.
sich abwendend : Oh.\ Danton: Nein, höre! Die Leute sagen, im Grab sei Ruhe, und Grab und Ruhe seien eins. Wenn das ist, lieg' ich in deinem Schoß schon unter der Erde. Du süßes Grab, deine Lippen sind Totenglocken, deine Stimme ist mein