Bővebb ismertető
VorwortAuch diesem zweiten Band meiner Trilogie über das eheliche Glück soll ein Wort der Erklärung vorangehen.Seine persönliche Färbung bitte ich zu entschuldigen. Sie läßt sich nicht vermeiden, soll die Absicht dieses Buches verstanden werden.Diese Absicht ist nicht, die Zahl der mehr oder weniger philosophisch gefärbten Studien über die allgemeine Psychologie der Ehe" zu vergrößern; denn ich bin ebensowenig Fach-Psychologe wie -Philosoph. Und außerdem fehlt mir die Überzeugung, daß jenen Menschen, für die ich hier schreibe, durch Abhandlungen solcher Art genützt werden kann.Es ist ebenfalls nicht meine Absicht, durch einen Beitrag zur speziellen Psychologie Leute, die in der Ehe (manchmal auch durch die Ehe) nervenkrank geworden sind, bei der Behandlung ihres Leidens zu beraten, denn ich war nie Facharzt für Nerven- und Seelenkrankheiten, und ebensowenig gehöre ich einer bestimmten Schule auf diesem Gebiete an. Dabei steht es für mich fest, daß ein Kranker nicht versuchen soll, durch das Lesen eines Buches Hilfe zu finden, weil nur die Behandlung helfen kann, die ihm als einzelnem gilt und seinem Einzelfall entspricht.Was ich dann wohl mit dem Schreiben dieses Buches bezwecke?: Den vielen Menschen, deren Glück durch das Gespenst der ehelichen Abneigung bedroht wird, zu helfen bei der Bekämpfung dieser Gefahr. Denn ich bin Arzt in meinem Fühlen und Arzt in meinem Denken, und wer als Arzt fühlt und als Arzt denkt, der muß eben immer zu helfen versuchen, wo er die Möglichkeit dazu erblickt. Kann er das nicht durch die Tat oder mit Hilfe des gesprochenen Wortes, so bedient er sich des geschriebenen.Daß es hier tatsächlich möglich ist, durch geschriebene Worte zu helfen, davon bin ich überzeugt. Nur wenige Eheleute sind sich bewußt, daß in ihrer nächsten Nähe ein böser, gefährlicher Feind haust; die meisten wissen vor seinem Siege gar nicht, daß es ihn überhaupt gibt. Dennoch bedroht er, praktisch gesprochen, jede Ehe während eines gewissen Zeitraums; in manchen Fällen auch wiederholt er in Abständen seine Angriffe; und nur allzuoft gelingt es ihm, das eheliche Glück zu zerstören. Nie aber kann ein Feind, wer er auch sein mag, mit Aussicht auf Erfolg bekämpft werden, wenn man keinen Begriff von seiner Art und von seiner Kraft hat, ja wenn man seine Anwesenheit nicht vermutet und sogar seine Existenz nicht kennt!VII