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Geleitwort
„Soldaten, vierzig Jahrhunderte blicken auf euch herab!"
NAPOLEON
Mit Napoleons Feldzug nach Ägypten beginnt die dramatische Geschichte der Entdeckung und Erforschung der ägyptischen Kultur des Altertums. Lange Zeit hindurch waren die monumentale Architektur der Pyramiden, die Erhabenheit der einbalsamierten Herrscher und in ihren Gräbern verborgenen, unendlich kostbaren Goldschätze für die Fachleute und Laien der ganzen Welt ein Gegenstand der Bezauberung und ein lockendes Ziel. Zugleich mit diesen großartigen Entdeckungen, die die Archäologen durch fast zwei Jahrhunderte in Atem hielten, wurden auch Funde zutage gefördert, die auf den ersten Blick weit weniger Anziehungskraft besaßen — Zeugen der christlichen Nachfahren der Ägypter, die den Namen Kopten erhielten. Der Name entstand aus dem griechischen Aigyptos, wurde in der unter der römischen Herrschaft gesprochenen Übergangssprache zu Egiptos und verwandelte sich dann in die arabisch-semitische Form Kipt und schließlich in Kopt. Als Ägypter hamitischen Ursprungs bewahrten sich die Kopten die hamitische Sprache und unterschieden sich von den Griechen und Römern wie auch von den Arabern.
Den Archäologen des vergangenen Jahrhunderts erschienen die koptischen Plastiken, Stoffreste und fragmentarisch erhaltenen Malereien im Vergleich zu den Denkmälern des altertümlichen Ägyptens weniger kultiviert, doch verhielten sie sich ihnen gegenüber keineswegs ablehnend, sie beschrieben sie, erstatteten über ihre Entdeckungen wissenschaftlichen Bericht, reihten sie in archäologische und sachliche Systeme ein und führten somit die erste gründliche und mühevolle Sichtung des Materials durch. Dies ging keineswegs ohne Schwierigkeiten ab, die, wie uns die Kulturgeschichte lehrt, die Entdeckungen eines jeden neuen Landes begleiten. Viele Ausgrabungen wurden unfachgemäß durchgeführt, viel aus Raubgrabungen stammendes Material wurde über den Schwarzhandel in Umlauf gebracht, es fehlten alle Anhaltspunkte für die Datierung, meist fehlte sogar jede Angabe über den Ursprung.
In unserer Zeit wuchs das Interesse für die koptische Kunst erneut an, diesmal im Zusammenhang