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Nie hat te ich solche Berge gesehen, und ich war gefesselt von ihrer Erhabenheit - sprachlos angesichts dieses überwáltigenden Wunders. P. H. FAWCETT / EXPLORA TION FA WCETT Angesichts der Anden kommen wir Menschen uns ganz winzig vor, und selbst andere Gebirge erscheinen im Vergleich zu ihnen klein. Sie ziehen sich durch ganz Südamerika und bilden einen rund 7500 Kilometer langen, mit Zinnen bewehrten Wall, dessen nördliches Ende eine Pflanzendecke schmückt und über dessen Südende sich ein Mantel aus Eis und Schnee breitet. Alléin im asiatischen Himalaya und Pamir gibt es noch höhere Gipfel; der Mount McKinley, mit 6193 Metern der höchste Berg Nordamerikas, wird von über einem Dutzend noch höherer Andengipfel in den Schatten gestellt. Und über diese ganze Gebirgskette und ihre Flanken hinauf und hinunter erstrekken sich wilde, unwirtliche Landschaften aus Schnee, Eis und Feuer, mit triefendem Urwald und versengter Wüste, mit Wolkendecken und gnadenloser Sonne, mit brütender Hitze und mörderischer Kalte, mit so dünner, warmfeuchter Luft, daB man keuchend um Atem ringt. Als ich mir meine Karten von Südamerika ansah, überlegte ich mir, wo ich wohl anfangen solle. Und ich kam zu dem Ergebnis, dort zu beginnen, wo auch die Anden im engeren Sinn beginnen: im Norden Kolumbiens, nahe der karibischen Küste. Von dort aus wollte ich sie mit dem Autó, per Lastwagen, Flugzeug und zu FuB bis an ihr kaum mehr als 1000 Kilometer von der Antarktis entferntes Südende bereisen. So kam es, daB meine Frau Marion, die ich einige Jahre zuvor in Südamerika kennengelernt hatte, und ich eines Morgens an der feuchten Küste des Karibischen Meeres verzweifelt im Dunst vor uns die Berge suchten, die Ziel unserer Reise waren. Es war sechs Uhr und gerade hell geworden. Wir standén auf einem schmalen Strand unmittelbar auBerhalb des Dorfes Palomino. Hinter uns brachen sich die Wellen und überspülten als schaumen-