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Sonderdruck aus „Folia Haematologica", 80, 2, 1963 • Seiten 153—171 Akademische Verlagsgesellschaft Geest und Portig K.-G., Leipzig
Sanitätsdienst der Ungarischen Volksarmee
Die Bedeutung der Hyposiderose in der Pathogenese der Ozaena ^
Von I. Bernát
Mit 17 Abbildungen und 2 Tabellen (Eingegangen am 23. März 1962)
Die Forschungsarbeit zur Klärung der Ätiopathologie der Ozaena hat bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse gezeitigt. Keine der sich mit der Krankheitsentstehung befassenden zahlreichen Theorien (Hereditäts-, neuroendokrine, neurovegetative, Schleimhaut-, Knochen-, Herd-, Hypovitaminose-, Infektions-, trophoneurotische, allergische Theorie und andere) vermochte das Zustandekommen sowie die Entwicklung und die verschiedenen Eigentümlichkeiten der Krankheit zufriedenstellend zu deuten.
Es ist bekannt, daß als Folge der Hyposiderose atrophische Veränderungen der Schleimhaut auftreten, die zu charakteristischen Erscheinungen (Glossitis atrophica, PLUMMEE-ViNSOiísches Syndrom, Gastritis atrophica, Endometritis atrophica usw.) führen. Unverständlich wäre es, wenn der Gewebseisenmangel nun gerade die Nasenschleimhaut unberührt lassen soUte.
Die Tatsache sowie der Umstand, daß die verschiedenen Erscheinungsformen der Eisenmangelkrankheit — ebenso wie die Ozaena — überwiegend bei Frauen vorkommen Und sich sehr häufig im Pubertätsalter entwickeln, führten zu der Überlegung, daß die Ozaena (Rhinitis atrophicans) vielleicht ebenfalls auf einem Gewebseisenmangel beruhen kömite. Es wurden daher Untersuchungen darüber angestellt, ob ein eventueller Eisenmangel des Organismus tatsächlich eine Rolle bei der Entstehung der Ozaena spielt.
1 Nach einem Vortrag auf der Hämatologen-Tagung in Budapest, 7. bis 9. Dezember 1961.