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Im Anfang
Im Anfang war nichts da als Gott allein. Nichts war da: nicht die Lichter am Himmel, nicht das Wasser und nicht das Feste, nicht einmal der leere Raum war da, und nicht die Zeit. Aber Gott war da und in Gott das Bild der Welt, die er erschaffen wollte. Und als Gott sprach: »Jetzt!«, da war die Zeit da, und als er sprach: »Hier und dort und droben und drunten«, da war der Raum da.
Und Gott ließ das Wort, das er in sich hatte, in die Zeit und in den Raum. Das Wort schuf das Licht und die Finsternis, schuf die Sterne und schrieb ihnen ihre Bahn vor. Und Gott blickte auf einen ganz kleinen Stern, wählte ihn aus und nannte ihn >Erde<. Und er wählte einen großen, flammenden Stern aus und nannte ihn >Sonne<. Die Sonne leuchtete über der Erde und wärmte sie. Und Gott wählte einen winzigen Stern aus, den nannte er >Mond<. Der sollte um die Erde ziehen wie die Erde um die Sonne. Die Sonne aber machte auf der Erde mit ihrem Kommen und Gehen den Tag und die Nacht.
Und Gott blickte auf die Erde. Die war noch wüst und leer. Wasser bedeckte sie. Da ließ Gott seinen Geist über den Wassern brüten. Das Wasser wallte auf und schwebte in Wolken und Nebeln empor. Das feste Land stieg aus dem Flüssigen herauf. Gott nannte das große Wasser >Meer<, und das Feste nannte er >Erdboden<. Der Anblick des wogenden Meeres erfreute Gott. Aber der Erdboden war noch mit Schlamm bedeckt. Da erweckte das Spiel Gottes in dem nassen Boden das erste Grün. Gott freute sich an den Blättern und der sprossenden Samenkraft und nannte das Gebilde >Pflanze<. Aus der ersten Pflanze ließ er auf dem Erdboden vielerlei Kräuter und sodann Bäume entstehen, große und kleine, und auch das Gras; denn Gott dachte an die Tiere und deckte ihnen ihren Tisch, ehe sie da waren.
Als nun auf der Erde und auch im Meer die Pflanzen sich vermehrten und vielerlei Gestalt angenommen hatten, schuf Gott im Meer, wo es seicht war, die ersten Tiere. Sie sahen noch wie Pflanzen aus, aber das Auge Gottes konnte erkennen, daß es wirklich Tiere waren. Und aus den kleinen Tieren lockte Gott in seinem Spiel immer andere und immer größere Tiere hervor, bis sie hernach so gewaltig waren wie die Wogen des Meeres. Das dauerte lange, aber für Gott sind Jahrtausende wie ein Augenblick und Jahrmillionen wie ein Tag.