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Hinführung zum Thema
„Männer madien Geschichte", hieß es einmal. Und sidier gibt es audi heute immer wieder einzelne, die — allein sdion durdi ein staatsleitendes Amt — die Möglichkeit haben, die Weichen für weitreichende Entwidtlungen zu stellen. Aber selbst bei ihnen hat man heute oft den Eindruds, daß sie durdi scheinbare oder wirklidie wirtsdiafllidie und technische Zwänge, durdi wirksame Gruppeninteressen und undurch-sdiaubare Gesetze des Verwaltungsmechanismus mehr ge- I'
gesteuert werden, als daß sie selbst steuern. f-
Um wieviel mehr steht der normale Staatsbürger im mo-dernen, durdiorganisierten Massenstaat unter dem Eindruck |
seiner Ohnmacht als einzelner — mehr noch als in früheren Zeiten! Er ärgert sidi über die Torheiten der Gebietsreform, die die Verwaltung nur nodi bürgerferner und aufgeblähter I
anstatt rationeller und durdisdiaubarer madite. Er stöhnt i-
über eine Bildungspolitik, die Chancengleidiheit und Mensch- t
lichkeit verspradi, aber schon im Kindesalter eher Egoismus und Streß zu erzeugen scheint. Er ersdiridit über den sdirei-enden Gegensatz von wadisendem Wohlstand hier und töd- r'
lidiem Hunger dort. P
Aber alles scheint wie nadi ehernen weltwirtschaftlichen Regeln abzulaufen, deren Verletzung wirklich oder angeb-lieh — wer weiß das schon? — die Dinge nur verschlimmern |
würde. Es ist wie beim abendlichen Fernsehen: Man wird sdieinbar mitten ins große Weltgeschehen hineingezogen; man ist dabei, wenn die Großen der Welt beraten und entschei- f
den, mit Auge und Ohr jedenfalls. Der Mund aber bleibt i
gesdilossen. Man hört und sieht — aber wird nicht gefragt. Man ist Konsument des Weltgeschehens, aber nidit Akteur. Der Film rollt ab — was kann man, was kann gar der einzelne noch ändern?
Gleichzeitig aber werden die Stimmen lauter, die gebieterisch nach Änderung rufen. Auf dem Hintergrund unseres ständig wachsenden Wohlstands erschien plötzlich das Ge-