Bővebb ismertető
DIE BLAUE ADRIA Von Koper, dem Renaissance-Stádtchen, bis zu den gewaltigen gespenstischen zackigen Ruinen von Stari Bar und Ulcinj, den einstigen Ráuberhorsten des Utudsch-Alija, des nárrischen Admirals der islamitischen Piraten, die gegen eine ganze Mittelmeerflőtte Krieg führten, reihen sich Stádte und Stádtchen, von denen alle ihre tausendjáhrige Geschichte habén. Und nirgends an dieser Küste kann man ein paar Kilometer weit reisen, ohne den steinernen Baudenkmálern aus der Vergangenheit, von der Antiké bis heute, zu begegnen. Denkmáler, eines neben dem andern, eines hinter dem andern, eines in dem andern und alle zusammen zu einem einzigartigen harmonischen, sorgfáltig erwogenen stádtischen Ganzén vereint und verschmolzen. Dubrovnik ist nur das bekannteste und glánzendste Beispiel, ein fehlerloses Beispiel, dem sich - wenn auch viel kleiner - ohne sich zu scheuen, das steinerne Juwel, Trogir, anschlieBen kann. Das antiké Herz von Split und Pula, das spátantike Porec, die romanischen Komplexe von Zadar, Rab und vielen anderen Stádten und Stádtchen, die Ziergotik und Renaissance, ebenso harmonisch wie anmutig an den sakralen und weltlichen Bauten, sáumen mit herrlichen weiBen Spitzen das blaue Kleid des Meeres, dieses warmen sonnenbestrahlten Meeres, an dem so zahlreiche Völker lebten, schafften und sich so viele Kulturmedien mischten. Denn die nordöstliche Küste war schon in der tiefen Dunkelheit der Vorgeschichte besiedelt. Vor fünfsechstausend Jahren hatten die Neolithen hier eine hochentwickelte Kultur, wovon zahlreiche Funde von bunter, farbiger, mit verschiedenen Ornamenten verzierter Keramik zeugen. Diese Keramik und die auf den TongefáBen eingeritzte Zeichnung des Schiffes sprechen deutlich von der Kenntnis einer entwickelten Art der Schiffahrt und von der stándigen Verbindung der Küstenbewohner mit den andern Kulturgebieten des mittellándischen Raumes. Anfang des II. Jahrtausends v. u. Z. besiedelten die lllyrier, Tráger der Kultur des Bronzé- und spáter auch des Eisenzeitalters, diese Küste. Zahlreiche Grabhügel und mit in konzentrischen Kreisen umgebenem Mauerwerk befestigte starke Burgen ragén grau auch heute noch auf den Gipfeln der steilen Hügel zu beiden Seiten der Gebirgsketten, die die ganze nordöstliche Adriaküste standig begleiten. Viele Ausgrabungen und die materielle Kultur der lllyrier (Geráte, Waffen, Schmuck, Münzen, monumentale steinerne Skulpturen, Gebrauchsgegenstánde usw.) befinden sich in den Museen, wáhrend der viel gröBere Schatz der riesengroBen überreste zugrunde gegangener illyrischer Bauten noch heute Staunen erregen. Die lllyrier begannen ihre staatliche Gemeinschaft zu gründen, das Handwerk zu entwickeln, Stádte zu errichten und zu befestigen, und Kriegs- und Handelsschiffe zu bauen. Die Adria tritt in die Geschichte als breite HandelsstraBe ein, auf der volle 2000 Jahre Schiffe unter vielen Flaggen fuhren; bald wurden die einen von den anderen, bald umgekehrt, versenkt, sie transportierten ihre Produkte über die weiten Meere und aus den fernen Lándern brachten sie Waren und geistige Güter anderer Kulturen und Zivilisationen. Die lllyrier waren zu schwach um den kulturelleren, besser organisierten und materiell überlegeneren Griechen und Römern Widerstand zu leisten, denen die andere Seite der Adriaküste für das Leben interessanter erschien. Die Griechen drangen ohne viel BlutvergieBen vor und gründeten ihre berühmten Kolonien, sowohl auf dem Festland wie auf den Inseln (Issa, Pharos, Dimos, Tragurion, Salona, Epition usw.). Diese Kolonien waren auBer kulturellen, auch wirtschaftliche Brennpunkte an der Adria. Neben der Schiffahrt und dem Handel entwickelte sich auch die Landwirtschaft: die ersten Weingárten wurden angelegt, Oliven, Südfrüchte und Gemüse gepflanzt. Monumentalbauten, Befestigungen, Tempeln, Tanagra-Figuren, zahlreiche Amphoren und Vasén, Schmuckstücke und Waffen, der Bronzekopf und ein Marmorrelief des Kairos steilen den Anfang einer tausendjáhrigen Entwicklung antiker Kultur an dieser Küste der Adria dar. Von dem Wunsche erfüllt, den ganzen mittellándischen Raum und die ganze damalige Welt zu beherrschen, begannen die Römer noch wáhrend der Punischen Kriege die Eroberung des lllyriums und beendeten sie wáhrend der Herrscherzeit Kaiser Augustus. Diese Küste und ihr Hinterland bis zur Donaugrenze wurden in den sechs-sieben Jahrhunderten der römischen Herrschaft ein besonders wichtiges Gebiet des Imperiums, vor allém zur Zeit des Vordringens der barbarischen Völker aus dem Herzen des euro-asiatischen Kontinents. Einige römische Soldatenkaiser verbrachten da mehr ihrer Tage als in Rom und manche von ihnen wurden hier geboren (Probus, Diokletian usw.).