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Ein Wort voraus
Die in diesem Buch gesammelten exegetischen Meditationen entstanden innerhalb der letzten vier Jahre. Sie wurden verfasst zu den Lesungstexten der römisch-katiiolischen Liturgie nach den Lesejahren A-C. Der direirte Anlass zur Publikation ist das vom Papst ausgerufene Paulusjahr 2008, rund 1940 Jahre nach dem Martyrium des Apostels in Rom.
Paulus hat seine Briefe nicht selbst aufgeschrieben, sondern diktiert. Dabei hat er sich wohl oft so in Rage geredet, dass der Schreiber nur Fragmente mitbekommen hat, die man dann Paulusbriefe nennt. Jedenfalls aber sind die Paulusbriefe nicht akademische Reden, sondern eindringliche Appelle, je in besonderen Situationen formuliert. Sie sind nicht wohlgesetzt wie Examenspredigten heute, sondern oftmals »wild« im strengen Sinne des Wortes.
Nun waren die Menschen über die paulinischen Auftritte zu Predigten keineswegs besonders erbaut. Aus mehreren Gründen machte Paulus dabei keine gute Figur. Er schreibt selbstkritisch ein erstes Urteil über seine Predigten nieder: »Wenn ich persönlich bei euch auftrete, bin ich immer bescheiden und eher unscheinbar. Nur wenn ich euch von woanders her schreibe, bin ich mutiger Denn einige Leute sagen: >Seine Briefe sind gewichtig und voll Saft und Kraft, doch sein Auftreten ist erbärmlich, und wenn er redet, ist das zum Lachen«< (2 Korinther 10,1-10).
Also kann man hier doch nicht predigen lernen? Waren die Predigten so schwer verständlich wie zumeist seine Briefe? Hatten die Hörerinnen und Hörer überhaupt Vergleichsmaßstäbe? Hat Paulus gestottert, gelispelt, zu leise gesprochen? Hat er zwischendurch (epileptische) Anfälle bekommen? Eine Schönheit war er nach Zeugnissen des 2. Jahrhunderts auch nicht.
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