Bővebb ismertető
An diesem Mittwoch der ersten Maiwoche im Jahre 1931 saß der Hellseher Oskar Lautensack in der Wohnung seines Freundes Alois Pranner in München und sah trübe. Da ist er also wieder einmal gestrandet, da muß er also von neuem unterkriechen hier bei seinem Freund. Der Mantel hängt, schlampig hingeworfen, über einem Stuhl, ein Paket in hartem, braunem Papier liegt auf dem Tisch, der abgewetzte Leder koff er mit den paar dringlichsten Habseligkeiten steht mitten im Zimmer. In der Tasche aber hat Oskar Lautensack das, was ihn gezwungen hat, hier Zuflucht zu suchen, die Rechnung über die hundertvierunddreißig Mark, die er der Frau Lechner für seine zwei Zimmer in der Rumfordstraße schuldet und die er nicht zahlen kann.So hockt er auf dem Sofa. Sein fleischiges Gesicht mit dem üppigen, tief in die Stirn gewachsenen, schwarzen Haar ist gewölkt von Unmut, der starke Mund ist verpreßt, die heftigen, dunkelblauen Augen unter den dicken, schwarzen Brauen blicken finster. Nichts wissen will er von der hausbackenen Behaglichkeit, mit der das Zimmer eingerichtet ist, nichts von der freundlichen Maiensonne, die es erfüllt.Der Hellseher Oskar Lautensack bat Grund zum Verdruß. Zweiundvierzig Jahre ist er alt, und weiter fort ist er von der Erfüllung seiner Träume als je. Seitdem Krieg und Inflation vorbei sind, will die Welt nichts mehr wissen von seinen Künsten. Seit sieben vollen Jahren geht es ihm dreckig. In Schaubuden hat er sich produzieren müssen auf Jahrmärkten, vor einem Pöbel, der sich über ihn lustig machte. Und wenn ihn schließlich7