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VORWORT
Der Weltkrieg 1914 bis 1918 hat der Kriegschemie ein neues Betätigungsfeld geöffnet, das Gebiet der Kampfstoffe.
Damit begann für die Kriegschemie, welche, seit ihrem Beginn mit der Entdeckung des Nitroglycerins durch Ascanio Sobrero im Chemischen Institut in Turin, sich ausschließlich mit der Untersuchung von Explosivstoffen beschäftigte, eine neue Entwicklungsrichtung, und zwar von dem Augenblick an, als man begann, Substanzen, welche auf den menschlichen Organismus vergiftend wirken, auf dem Schlachtfeld einzusetzen. Seitdem ist die Untersuchung der chemischen Kampfstoffe ein wesentliches und zugleich kompliziertes Arbeitsgebiet der Chemie geworden.
Die Kenntnisse, welche die Allgemeinheit heute über die sogenannten giftigen Gase besitzt, sind sehr ungenau und oberflächlich. Das hat zur Folge, daß ihre Bedeutung bald überschätzt, bald unterschätzt wird; es besteht deshalb ein Bedürfnis nach Schriften, die das bisher über Konstitution, Herstellung und Eigenschaften dieser Stoffe Bekannte dem Verständnis weiterer Kreise näherbringt.
Während zwar zahlreiche deutsche, amerikanische und russische Veröffentlichungen den interessanten Gegenstand erschöpfend behandeln, ist in italienischer Sprache nur weniges erschienen; daher füllt das Buch von Dr. Sartori eine fühlbare Lücke unserer wissenschaftlichen Literatur aus.
Die vorliegende Schrift meines Schülers, die ich hiermit der italienischen Öffentlichkeit übergebe, ist eine vollständige Zusammenstellung von Notizen und Daten, die sorgfältig den verschiedensten Quellen entnommen, verständlich und mit wissenschaftlicher Gründlichkeit wiedergegeben sind, so daß sie ein zuverlässiges und brauchbares Nachschlagewerk für den Chemiker und ein wertvolles Lehrbuch für den Studierenden sein kann.
Rom, April 1933.
Prof. Guido Bargellini.