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Dieter Zöchling - Die Chronik der Oper [antikvár]

Die Chronik der Oper [antikvár]

Dieter Zöchling

 
Von den Vorläufern bis zum Barocli Die Geschichte der Oper im heutigen Sinn setzt mit Beginn des 17. Jahrhunderts bzw. kurz vorher ein. Allgemein gilt lacopo Peris »Dafne« (1598) als erste »richtige« Oper der Musikgeschichte. Es gibt jedoch zahlreiche Vorläufer und musikalische Erscheinungsformen, die das Genre vorbereitet haben.Wesentliches Merkmal der Oper ist die Musik im unmittelbaren Bühnengeschehen. Der Musik ist damit - über die bloße Einlagenfimktiön hinaus - die Aufgabe zugedacht, den dramatischen Handlungsablauf zu...
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Von den Vorläufern bis zum Barocli Die Geschichte der Oper im heutigen Sinn setzt mit Beginn des 17. Jahrhunderts bzw. kurz vorher ein. Allgemein gilt lacopo Peris »Dafne« (1598) als erste »richtige« Oper der Musikgeschichte. Es gibt jedoch zahlreiche Vorläufer und musikalische Erscheinungsformen, die das Genre vorbereitet haben.Wesentliches Merkmal der Oper ist die Musik im unmittelbaren Bühnengeschehen. Der Musik ist damit - über die bloße Einlagenfimktiön hinaus - die Aufgabe zugedacht, den dramatischen Handlungsablauf zu charakterisieren und voranzutreiben. Deshalb kann das antike Drama der Griechen (als älteste europäische Form des Theaters) noch nicht als Vorläufer der Oper betrachtet werden, da hier das gesprochene Wort als Motor der dramatischen Aktion im Vordei^rund steht, wenngleich dem Chor gewisse musikalische Funktionen zukommen, die an Erscheinungsformen der Oper heutiger Prägung erinnern. Geistliche und weltliche Spiele des Mittelalters Wichtig für die spätere Entstehung der Oper ist das Mittelalter mit seinen geistlichen und weltlichen Spielen. Im 9. Jahrhundert entstand bereits die domirüerende Position der europäischen Musik durch die Einführung der Mehrstimmigkeit, wobei instrumentales Spiel und Singstimmen zusammenwirkten. Gleichzeitig bildete sich ein umfassendes theoretisches Dogmengebäude auf der Grundlage spätantiker Schriften. Der Theologe Isidor von Sevilla (um 570-636), der die christliche Weltanschauung in antike Wertvorstellur^en einbrachte, hat zahlreiche Kapitel über die Ars música im allgemeinen, über den liturgischen Gesang, über den Cantor im besonderen und über andere musikalische Themen verfaßt. Er wird in diesem Zusammenhang immer wieder als Schöpfer einer musikalischen (jesamtschau zitiert. Was in den Schriften des Isidor von Sevilla als theoretische Grundlage künstlerischen Schaffens festgehalten ist, vollzog sich in der politischen Realität des gesamten abendländischen Lebensraimis; nämlich die für das Mittelalter wesensbestimmende Vereinigung germanischen Kulturgutes mit christlichem Gedankengut und dem antiken Erbe, dessen Bedeutung durchaus richtig eingeschätzt wurde.Die dominierende Idee dieser Epoche war das Streben nach der »Einheit des christlichen Abendlandes«. Sie fand ihren Niederschlag einerseits in der Politik der deutschen Herrscher gegenüber Italien, andererseits in den Anstrengungen der Päpste, selbst das Symbol dieser Emheit darzustellen. Die konkurrierenden Positionen mündeten 1075 in den Investiturstreit zwischen Papst Gregor Vü. und dem deutschen König Heinrich IV. In der Folge kam es zu anhaltenden schweren Auseinandersetzungen zwischen geistlicher und weltlicher Macht, die der Stellung beider Institutionen abträglich waren. Gleichzeitig vollzog sich auch in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher ffinsicht ein Wandel: Schon um das Ende des 9. Jahrhunderts wurde die Adels- und Grundherrschaft durch das aufblühende Rittertum abgelöst, das wiederum im Spätmittelalter dem immer eigenständiger und selbstbewußter werdenden Bürgertum weichen mußte. Entsprechend der politischen Polarisierung der mittelalterlichen Welt in einen geistlichen und einen weltlichen Bereich entwickelte sich auch diei Musik in zwei voneinander getrermte Richtungen, die sich im Hoch- und Spätmittelalter unverkennbar auseinanderbewegten und eine jeweils eigene musücalische Sprache hervorbrachten. Im 12. Jahrhundert hatte sich eine deutliche Zweiteüung in geistliche und weltliche Spiele herausgebUdet: Zum ersten gab es die ritterlichen epischen (Sesänge und die sich bald entwickelnden Minnelieder in der jeweiligen Nationalsprache, die noch einstimmig vorgetragen wurden, zum zweiten das geistliche Drama in lateinischer Sprache, das rasch zur Mehrstimmigkeit fand. Daneben entstanden noch vor der Jahrtausend- Musikgenuß in barockem Ambiente: Typisches Rangtheater in Rom (1729) wende die sechs lateinischen Dramen der Hrotsvit (Roswitha) von Gandersheim, die, als Gegenstücke zu den auch in Klosterschulen verbreiteten antiken Komödien des Terenz gedacht, pädagogischen Charakter hatten. Sie werden daher als die ersten »Schuldramen« bezeichnet. Die Bedeutimg der Musik war bei diesem sich rasch entwickelnden Genre noch gering. Es gab aber immerhin schon Instrumentalnummem zwischen den Akten, T^nzeinlagen und Chöre zur Belebung der Aktschlüsse. Im Hoch- und Spätmittelalter entstanden die liturgischen Dramen und Mysterienspiele, die zunächst Teüe der Auferstehungsgeschichte im Rahmen des Gottesdienstes szenisch darstellten. Im Laufe der Entwicklung verselbständigten sie sich zu den erwähnten geistlichen Spielen. Im südlichen Deutschland, in England und Frankreich entstanden verschiedene Arten dieser Schauspiele, die in Italien und Frankreich bald den Charakter großer volkstümlicher Veranstaltungen annahmen. Die musikalischen Einlagen waren zunächst von den sog. Tropen (Kirchentonarten als musikalische Ordnungsprinzipien) und Sequenzen (Gesänge der römischen Meßliturgie) geprägt, wurden aber in zunehmendem Maße auch durch weltlich-populäre melodische Themen angereichert. Bald vergrößerte sich der Anteü der Musik, des Tanzes und der gezielten optischen Wirkimg, bis schließlich die religiösen Themen zugunsten allgemeiner, ethisch hochstehender Handlungselemente weitgehend reduziert wurden. Damit wurden erstmals Vorstufen der Oper des späten 16. Jahrhunderts erkennbar, wenngleich es sich noch immer um Musiknummern mit einem gewissen Eirüagencharakter handelte, die meist vom Chor voi^etragen wurden. Dennoch finden sich in den Dramen der Renaissance auch schon Musikstücke zur Umrahmung der Auftritte von Hauptfiguren, mithin Formen, die von der Oper bis ins 20. Jahrhundert hinein bewahrt wurden und zu den effektvollsten musikalischen Requisiten dieser Aüfführungsform zählen.

Termékadatok

Cím: Die Chronik der Oper [antikvár]
Szerző: Dieter Zöchling
Kiadó: Chronik Verlag
Kötés: Vászon
ISBN: 3611001287
Méret: 240 mm x 300 mm
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