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VORWORT
Drei deutsche Dichter des vorigen Jahrhunderts haben zu annähernd derselben Zeit im Berlin der Reaktionsperiode der 50er Jahre Eindrücke empfangen, die auf ihr Leben und Schaffen Wirkung geübt haben: Gottfried Keller, Theodor Storm und "Wilhelm Raabe. Der Glücklidiste von ihnen war Keller; die Berliner Eindrücke bestätigten die Grundrichtung seiner "Weltanschauung, und es war Keller, der in Berlin „als Schweizer Demokrat auf einer Studienreise" gelebt und beobachtet hatte, durch die "Wiederberührung und dauernde "Verknüpfung mit der urwüchsigen heimatlidien Demokratie ein „antäushafter Kraftaufschwung" (Georg Lukacs) beschieden, der sich entscheidend auf sein "Werk auswirkte. Der Unglüdklidiste war Storm, der nicht nur unmittelbar am schwersten unter der niederdrückenden politischen und gesellschaftlichen Atmosphäre Berlins und Potsdams gelitten hat, dem auch jener Aufschwung durch "Wiederberührung mit einer stärkenden Heimaterde versagt blieb; immerhin haben die Berlin-Potsdamer Jahre stärksten Anteil an der endgültigen Formung der "Weltanschauung Storms gehabt, hat die Anschauung, die er damals von dem preußischen Neufeudalismus empfing, bedeutende Spuren in seinem Sdiaifen hinterlassen.
Zwischen dem schweizerisch-deutschen Schriftsteller, der 1850 bis 1855 in Berlin lebte und hier, gehemmt durch „mandie Sorgen für die materielle Existenz" und durch ein hoffnungsloses Liebeserleben, den „Grünen Heinridi" vollendete, und dem zu seinem tiefsten Mißbehagen in die preußische Beamtenlaufbahn gezwungenen Juristen Storm, für den die Potsdam-Berliner Jahre 1853—1856 die düstersten seines Lebens waren, steht der jüngste der drei, der am 8. September 1831 in der
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