Bővebb ismertető
Vorwort des Projektleiters
In der nachstellenden Gesamteinleitung zu allen drei Bänden werden wir Gegenstand, Standort, Erkeuntnisinteressen, Architektur, Duktus, Methoden und Me-tliodologien unserer Untersuchung kurz vorstellen. Ergänzt, vertieft und plausi-bilisiert wird sie durch Vorworte, Einfülirungen und Vorbemerkungen zu den Eiuzelbänden bzw. größeren Kapiteln. Damit legen wir - salopp formuliert -unsere Karten auf den Tisch und öffnen das Tor für kritische Rückfragen, Anmerkungen und Ergänzungen. Gleichzeitig signalisieren wir damit auch unsere Auffassung: Zur Thematik der Deportation von Siebenbürger Sachsen in die Sowjetunion ist selbst nach fünfeig Jahren noch nicht das letzte Wort gesprochen, wohl aber ein vorletztes. Neue Funde in Archiven könnten gewisse histo-risch-polidsche Einordnungen und Interpretationen als revisionsbedürftig erweisen. Hier können wir nur zu weiteren Recherchen ermutigen.
In diesem Vorwort wollen wir den Blick lediglich auf drei zusätzliche Aspekte richten: auf den Entdeckungszusammenhang, den Entstehungszusammenhang und auf die Förderer unseres Forschungsprojektes.
Zunächst zum Entdeckungszusamrmnhang: Zumindest zwei der Autoren ist das Thema Deportation bei wiederholten Besuchen in Siebenbürgen sowie in Gesprächen mit ehemaligen Deportierten in Deutschland und den USA immer wieder begegnet. Es waren Formen der unmittelbaren biographischen Nachwirksamkeit des Geschehenen, die uns betroffen und nachdenklich machten. Ein Syndrom aus subjektiver Ehrlichkeit, Unkenntnis historisch-politischer Zusammenhänge, verfestigten Vorurteilen, existentieller Betroffenheit und konkreter Leiderfahrung irritierten uns sowohl im Einzelfall als auch im Blick auf das Selbstverständnis der Siebenbürger Sachsen als ethnische Gruppe. Entwickeln konnte sich ein solches Syndrom nur in einem Unterdrückungsstaat, in dem es das Thema Deportation der Rumäniendeutschen in die Sowjetunion nicht geben durfte. Für Soziologen waren dies Gründe genug, das Tabuüiema zu enttabui-sieren, zumal sie immer wieder die Beobachtung machen: Wer nicht denken und reden darf, urteilt schnell, wer nachdenkt, urteilt anders, und wer versteht, verurteilt nicht. Ermutigung, das heiße Eisen anzufassen, fanden wir zunächst -gewiß aus sehr unterschiedlichen Motiven - sowohl von Seiten der Erlebnis- als auch der 'Bekenntnis'generation.
Was den Entstehungszusammenhang betrifft, so hat der "Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde"' anfangs konjunktivisch, später durch Soldarität
Der Arbcit.skreis für Sicticnbürglschc Landeskunde e.V., Heidelberg, .steht seit 1962 in der Rechtsnachfolge des Vereins für Siebcnhürgi.sche Landeskunde, der von 1840 bis 1947 eine beachtenswerte ForschungsUitigkcit in Siebenbürgen entwickelle. Er