Bővebb ismertető
BÉLA KÁLMÁN (DEBRECEN) DIE DIALEKTE DES WOGULISCHEN
1. Wenn man die Mundarten einer Sprache untersuchen will, ist es zweckmässigj die Geschichte des betreffenden Volkes wenigstens flüchtig zu überblicken. In Europa gibt es vielleicht mit Ausnahme der Basken keine präindogermanische Urbevölkerung. Es ist hingegen sehr wahrscheinlich, dass im heutigen Siedlungsgebiet aller europäischen Völker vom anthropologischen Gesichtspunkt aus Ureinwohner anzutreffen sind, die aber mit ihrer Umgebung sprachlich verschmolzen sind. Ein Teil der Namen von Gewässern in Europa ist uralter Herkunft. Unter den Bergnamen, sogar auch unter den Ortsnamen gibt es stellenweise eine präindogermanische Herkunft. Es muss also eine sich später assimilierte Bevölkerung gegeben haben, die die betreffenden Ortsnamen überlieferte.
Die Ureinwohner wirkten gewöhnlich auf die Völker mit anderer Sprache ein, die sich auf ihren Gebiet niedergelassen hatten. Wenn - seltener - die Sprache der Ureinwohner die Oberhand bekam, dann konnte sich die Superstrat-Wirkung zeigen. Wenn aber - wie zumeist - nach der Zweisprachigkeit die Ureinwohnerschaft die Sprache der Eroberer übernahm, konnte das massenhafte Einschmelzen gewisse typologische Eigentümlichkeiten bewahren und einige Elemente des Wortschatzes retten: das ist das Substrat. Die Erscheinung des Adstrats kann sich unter den Sprachen der miteinander in Berührung kommenden Völker entwickeln. Einer der besten Experten dieser Erscheinungen ist gerade unser Hausherr Wolfgang Veenker, der bisher das in der russischen Sprache aufzufindende finnisch-ugrische Substrat am ausführlichsten erforscht hat (Veenker 1967).
2. Über die Geschichte der Wogulen besitzen wir sehr geringe Kenntnisse. Die russischen Chroniken erwähnen sie bereits vom Ende des 11. Jhs. an, jedoch lange Zeit nur westlich vom Ural. Die Forschungen Kannistos zu den westlich vom Ural vorkommenden russischen Ortsnamen,