Bővebb ismertető
Lesen und Schreiben
Beobachtung
Das Bedürfnis, auf eine neue Art zu schreiben, folgt, wenn auch mit Abstand, einer neuen Art, in der Welt zu sein. In Zeitabständen, die sich zu verkürzen scheinen, hört, sieht, riecht, schmeckt „man" anders als noch vor kurzem. Ein Wechsel der Weltempfindung ist vor sich gegangen, der sogar die unantastbare Erinnerung antastet; wieder einmal sehen wir „die Welt" - aber was heißt das: die Welt? - in einer anderen Beleuchtung; auch Lebensgefühle scheinen heutzutage weniger dauerhaft als in früheren Zeiten: die Unruhe ist beträchtlich.
Das Bedürfnis, sie zu artikulieren, ist mächtig, auf die Dauer mächtiger als die Versuchung, sie nicht zur Kenntnis zu nehmen. Längst Bekanntes in erprobter Manier sagen - dies sollte plötzlich nicht mehr verdienstvoll sein? Die guten alten Mittel - können sie wirklich von gestern auf heute unbrauchbar, die Ergebnisse, die sie zutage fördern, über Nacht falsch oder unnütz geworden sein? Das fatale Schauspiel, daß mit großer Gebärde ins Leere gegriffen wird, kann man vor sich selbst eine ganze Weile lang umdeuten; eigenes Versagen verschleiernd, kann man mit tränenerstickter oder kunstvoll unbeteiligter Stimme das Ende einer Kunstgattung konstatieren: der Gattung Prosa.
Man kann, zweitens, „ehrlich" die Konsequenzen aus dem eigenen Unvermögen ziehend, in Schweigen verfallen; zugeben, daß es einem die Sprache verschlagen hat (das „Es" wäre so unbestimmt wie möglich zu halten: jede Definition hieße ja wieder: schreiben). Diese Hal-
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