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Vorwort
Der am 13./14. April 1969 gegründeten Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) ist es bis heute nicht gelungen, eine breitere Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Auch in der Literatur, der Publizistik und der polltischen Bildung gibt es nur schwache Ansätze einer ernsthaften Diskussion des von der DKP vorgelegten Programms. Diese Abstinenz hat viele Gründe. Einmal wird die DKP als Splitterpartei angesehen, die für die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland keine Gefahr darstellt. Zweitens besteht — vor allem bei der jungen Generation — die Befürchtung, die Ideologische und politische Auseinandersetzung mit den Kommunisten könnte genauso unkritisch geführt werden, wie es vielfach in den 50er Jahren der Fall war. Andere sind der Ansicht, daß es in einem Augenblick, in dem die Politik der Bundesregierung darauf gerichtet ist, von der Konfrontation zu einem geregelten Nebeneinander in Deutschland zu kommen, nicht opportun sei, diese Diskussion zu führen. Doch trotz dieser Bedenken ist die politisch-ideologische Auseinandersetzung notwendig, die im übrigen ja auch von den Kommunisten selbst gesucht wird.
Wer das politische Verhalten der DKP aufmerksam verfolgt, stellt bald fest, daß dies häufig im Gegensatz zu ihrem Programm steht. Einmal bekennt sie sich zu den Grundlagen unserer Verfassung, dann preist sie die DDR als gesellschaftliches Modell und Vorbild an. Hier Ist sie für »kameradschaftliche Zusammenarbeit« mit den Sozialdemokraten auf allen Ebenen, dort diffamiert sie sozialdemokratisches Gedankengut als »Sozialdemokratismus«. Die Analyse von Programm und Politik der DKP zeigt, daß sich hier eine Partei als Träger des Fortschritts anbietet, die weder den Willen noch die Fähigkeit oder die Möglichkeit hat, eine selbständige, demokratische, von der SED und der KPdSU unabhängige Politik zu betreiben.