Bővebb ismertető
Eines langen Stromes Weg W^ldhange, sanft oder von einer Felswand herab, vertráumte Auen, sonnige Rebterrassen, die schattige Enge der Durchbruchstaler, die idyllischen Altwasser unter Blütenteppichen von Wasserhahnenfufi, die Grenzenlosigkeit der hitzeflirrenden Puszta, der schaumende Uberflufi des Wassers, das ungezáhmt und unzáhmbar im Frühling weit über seine Ufer tritt: Die eigentliche dauerhafte Schönheit der Donau liegt in ihrer unendlichen Vielfalt. Sie fliefit fast 2 900 Kilometer weit durch herbe, archaische, unberührte, durch liebliche und von Menschenhand gestaltete Landstriche in acht Staa ¦ ten. Sie strömt durch planmáfiig angelegte Korridoré, durch verwundetes Erdreich, durch künstliche Betten, durch Schleusen und Staudamme von brillanter technischer Perfektion. An den Ufern der oberen Donau, zwischen Schwarzwald und Porta Hungarica, liegen zerbrochene Burgen aus Ritter- und Raubrittertagen, fleifiige Stádte, in denen das Mittelalter noch atmet, vornehme, respekteinflöfiende Schlösser und fromme Stifté, die ihre Glaubensgewifiheit mit missionarischem Eifer stolz und dynamisch donauabwarts trugen. Weit im Osten liegt Wien, zweitausend Jahre Kulturgeschichte, Kunstgeschichte, und alle Hinterlassenschaften kaiseri icher Gröfte aus vergangenen Tagén hütend, in denen es das Zentrum jener Monarchie war, der die Donau ihren Namen lieh. Einer Monarchie, die, in Zeiten ihres Glanzes, über vier Fünftel des gesamten Donauraumes gebot. An der mittleren Donau, von der Kleinen Ungarischen Tiefebene bis zum Eisernen Tor, wird die Uferlandschaft stiller, ehe sie mit bizarren Felsen und sanften grünen Höhen einen zauberhaften Rahmen für den Ernst und die Schwermut des schönen, immer wieder zerstörten und immer wieder aufgebauten Budapest schafft. Dies ist die letzte grofie Stadtsilhouette am Strom, deren Formen aus einer frühen Gotik in eine kurze Renaissance, in ein lándliches Barock und einen üppigen Klassizismus herüberwuchsen. Südwárts davon: Hügel, die den Horizont schlucken. Endlose, einsame Tiefebene mit einem steppenhaften, sandigen Herzen unter dem hauchdünnen Firnis von Vegetation. Industriestádte, grau vom Rauch der Tüchtigkeit, idyllische weifte Dörfer, kleine Fischerkaten, die den einfachen Stil der Menschen verkörpern, die in ihnen leben. Über dem Strom thronen máchtige Festungen, deren Namen einst rühmlich und unrühmlich Geschichte schrieben, aber dem vielgeprüften Belgrád, der dritten Metropole am Strom, die so lange im Abendland des Morgenlandes lag, nur mehr Stückwerk in gut gefüllten Museen zurückliefien. Vom Eisernen Tor an, wo die Kunstbauten der letzten Dezennien die Landschaft zahmten, glatteten und veránderten, zieht die untere Donau endgültig die Hauptrolle an sich. Hier ladt sie ihr Geschiebe in Inseln ab, verströmt sich in Seitenarmen, in Seen und Tümpeln, hier verweigert sich eine trotzige Natúr mit nicht heilen wollenden Narben aus Wasser dem autoritaren ZugrifTderZivilisation. Das Herz der wenigen Stadte, die am Stromufer liegen, schlagt in den Hafen, in bulgarischen, rumánischen und sowjetischen, die ihren Provinzialismus wie einen Schatz hüten. Die Donau aber fliefit breit und braun und tráge, riesige, unbewohnte Feuchtgebiete bildend,