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Katja Behrens - Die dreizehnte Fee [antikvár]
 
Friedliche Stille war in Hannas Zimmer, sommerliche Trägheit, Nachmittagsstille, ein Fenster geöffnet, ein Vorhang hin und wieder leicht gebläht, es war nur ein kleiner Wind, der kam und ging wie der Atem eines schlafenden Menschen, der Vorhang mit den lindgrünen Kringeln wölbte sich in das Zimmer hinein und erschlaffte und rundete sich wieder. Hanna las, auf dem Rücken liegend, nur bis zum Bauch zugedeckt, ein Bein über dem Federbett. Die Sommerstille, der Zimmerfriede, das Umblättern der Seiten und Hannas fahlweißer Leib mit den...
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Friedliche Stille war in Hannas Zimmer, sommerliche Trägheit, Nachmittagsstille, ein Fenster geöffnet, ein Vorhang hin und wieder leicht gebläht, es war nur ein kleiner Wind, der kam und ging wie der Atem eines schlafenden Menschen, der Vorhang mit den lindgrünen Kringeln wölbte sich in das Zimmer hinein und erschlaffte und rundete sich wieder. Hanna las, auf dem Rücken liegend, nur bis zum Bauch zugedeckt, ein Bein über dem Federbett. Die Sommerstille, der Zimmerfriede, das Umblättern der Seiten und Hannas fahlweißer Leib mit den braunen Sommerflecken, der knabenhafte, der knochige Mutterleib, die dünnen Arme mit den roten Härchen und den runden Sprenkeln. Hanna las. Ihre Augen, die ganz klein waren hinter der Brille mit den starken Gläsern, folgten den Zeilen, bis sie unten angekommen waren und Hanna umblätterte. Kein Seitenblick. Hanna hatte Anna vergessen, Anna, die sich an die Mutter schmiegte in dem schmalen Bett, das Hannas Höhle war, in die Anna hineinkriechen durfte, wenn sie brav, die verschlossen wurde, wenn sie ungezogen gewesen war. Hanna las, und es kam ein Augenblick der vollkommenen Stille, der Vorhang atmete nicht mehr, an der Wand über dem Sofa spannte sich die gelbe Brücke über dem Flüßchen, und immer neues Wasser strömte langsam unter der Brücke hindurch. Warm war der Hannaleib, Hanna las, und Anna atmete den vertrauten Geruch, plötzlich war er da, der Hannageruch, wie die Luft vor einem Gewitter, Anna atmete ihn tief ein, ruhig und regelmäßig hoben und senkten sich Hannas kleine Brüste mit den großen rosa Knospen, die spitz herausragten aus den weichen weißen, von blauen Aderchen durchschimmerten Hügeln. Anna hielt den Atem an, der laut wurde in der Stille des Zimmers, öffnete den Mund, um ihn gedämpft herein- und hinauszulassen, aber er war immer noch unerträglich laut. Es war kein Friede mehr in dem Zimmer. Streng und verschlossen stand Hannas Sekretär, der Schlüssel abgezogen, drinnen, in kleinen braunen, von gedrechselten Säulen bewachten Schubladen, Hannas Schätze, die rote Korallenkette, die weiße Gemme. Hanna würde den Schlüssel suchen, in der Morgenrocktasche, in der Handtasche, immer war der Schlüssel weg, wenn sie aufschheßen wollte. Hanna las, und Anna war das Atmen so schwer, sie P iiM l-O'i' : '' I • I, ' ; ¦M ' ,1 ¦ 1 ¦ V - I i ¦ t I- . ! ' ¦ ' ; i tiH.i

Termékadatok

Cím: Die dreizehnte Fee [antikvár]
Szerző: Katja Behrens
Kiadó: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH
Kötés: Ragasztott papírkötés
ISBN: 3596259452
Méret: 110 mm x 180 mm
Katja Behrens művei
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