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Manche Tage dauerten ewig; andere überlebten kaum das Mor-gengrauen. Sie erwachte voll fiebriger Erwartung, die jedoch verschwand, sobald sie sich ihrer bewuík wurde. Die Welt drang in sie ein. Wieder blieb vom Leben nichts als das Gefühl, überall von Feindseligkeit verfolgt zu werden.
Zoe Kohler blinzelte. In der linken Hand hielt sie eine Brust, die so weich war wie ein lebloser Vogel; die rechte steckte zwi-schen ihren Schenkeln. Sie bemerkte das stumpfe Licht des spá-ten Winters, das durch die herabgelassene Jalousíe sickerte.
Draufíen, wuíke sie, war der Tag grau wie Metall, keine Son-ne, schwere Wolken. Die Luft roch nach Schwefel. Zoe hörte das Dröhnen des Verkehrs und das morgendliche, dumpfe Zu-schlagen benachbarter Wohnungstüren. In einer Ecke ihres Schlafzimmers zischte höhnisch ein Heizkörper.
Sie starrte die Zimmerdecke an und lauschte beunruhigt ih-rem Innern: angeschwollene Organe, ein zu schneller Puls, der pochende Strom vergifteten Blutes. In ihrem Bauch verspürte Zoe den lastenden Schmerz, der sich mit dem Beginn ihrer Regei in stechende Krampfe verwandeln würde.
Sie schob die Decken beiseite. Sie setzte sich auf die Bett-kante, gáhnte, umarmte sich selbst, bog sich nach vom. »Don-nerstag«, sagte sie laut in den leeren Raum. »Dreizehnter Márz.«
Ihre Stimme klang brüchig, aufier Übung. Sie richtete sich auf, rausperte sich und versuchte es noch einmal: »Donnerstag. Dreizehnter Márz.« Jetzt klang es besser.
Nackt stand sie auf, streckte sich und massierte ihre Kopf-